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Christian Klemm
16.06.2012

PLATTENBAU

Er galt vielen US-Amerikanern als Inbegriff des Bösen, als Wiedergeburt Luzifers, als ein Mann, der ihr gottgewolltes Land in einen Ort der Finsternis verwandeln wollte. Halbnackt und kreidebleich geschminkt trat dieser Marilyn Manson mit seiner gleichnamigen Band auf und wetterte gegen das Christentum und verlogene Moralvorstellungen in seinem Heimatland. Das Album »Antichrist Superstar« (1996), eine Symbiose aus harten Gitarren, Mansons charismatischem Gesang und unterschiedlichen elektronischen Spielereien, machte ihn auch jenseits des großen Teichs zum Megastar. Nach »Mechanical Animals«, das zwei Jahre später veröffentlicht wurde und sich ausgiebig beim Glam-Rock vergangener Jahre bediente, gilt »Antichrist Superstar« als das Referenzwerk von Marilyn Manson.

Doch Manson ist brav geworden, seine provokante Art gehört wohl der Vergangenheit an. Dieser Eindruck drängt sich auf, wenn man das neue, achte Studioalbum des einstigen enfant terrible in den Händen hält. So schlicht die Verpackung von »Born Villain« ist, klingt auch das neue Material. Es ist ein schnörkelloses Rock-Album, das mit etwas Gothic und Industrial garniert ist und ohne die große Inszenierung der früheren Jahre auskommt.

Nach dem ersten Durchlauf fällt auf: Die Platte hat nur wenige Höhepunkte zu bieten. Insbesondere die ersten Stücke plätschern vor sich hin. Am ehesten bleiben davon die Single »No Reflection« und der Opener »Hey, cruel World...« hängen. Besser wird es erst ab dem siebten Track »The Flowers of Evil«, ein ruhiges Stück, das mit einem eingängigen Refrain zu überzeugen weiß. Auch das nachfolgende »Children of Cain« ist balladesk gehalten. Die Keyboardparts, der Schlagzeugrhythmus und wieder der melodiöse Gesang gehen sofort ins Ohr.

Überhaupt ist Manson am besten, wenn er ins Ruhige und Melodiöse abdriftet. Dann kommt seine zum Teil gequälte und klagende Art zu singen gut zur Geltung. So auch bei »Breaking the same old Ground«, das durch eine morbide Atmosphäre an Titel wie »Man that you fear« vom »Antichrist Superstar«-Album erinnert. Ein starker Song, der den Hörer sofort in seinen Bann zieht. Doch am Ende der Platte fällt Manson wieder auf Durchschnittsniveau zurück. Als Bonus präsentiert er mit dem Schauspieler Johnny Depp einen besonderen Gast. Zusammen covern sie den Carly-Simon-Klassiker »You‘re So Vain«. Ganz nett, mehr aber auch nicht.

Fazit: Die wirklich guten Momente auf »Born Villain« sind selten. Die meisten Stücke sind wenig mehr als mittelprächtige Kost. Für ein Marilyn Manson Album ist das einfach zu wenig.


Marilyn Manson: Born Villain (Universal Music)

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