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20.06.2012

Anstoß

Marginalien zur Fußball-EM Heute: ANDREAS GLÄSER

Am Montagabend klingelt es, zwischen der spanischen und der kroatischen Nationalhymne, unverhofft an meiner Wohnungstür. Nachbar Gigor ist zurück aus der Ukraine, er fühlt sich von der zweimaligen 22-stündigen Zugfahrt etwas seekrank, und sein Kühlschrank ist leer.

Na, komm rein, stör mich beim Fußballgucken. Ich will sowieso lieber Irland gegen Italien sehen, bekomme aber wider Erwarten nicht ZDF-Info rein. Man kann nicht alles haben, selbst wenn man schon so viel besitzt. Mir gehören zum Beispiel sieben Dubliners-Alben, aber denkste, da ist ein einziges Mal »Fields Of Athenry« drauf?

Gigor ist nach seinem Lwiw-Trip ziemlich heiser, trotzdem sprudelt es aus ihm heraus: Bei der Ankunft sei der Friedliebendste und Älteste seiner elfköpfigen Reisegruppe sofort von den Kollegen der Einsatzgruppe Hooligan der Berliner Polizei namentlich begrüßt und über die Verhaltensregeln informiert worden. Ein Bier hätte umgerechnet einen Euro gekostet, ein Kaffee ungefähr 70 Cent, und die Mondos wären kostenlos gewesen. Am Sonntag, so gegen 5 Uhr 30, fegten alte Mütterchen mit Reisigbesen die Straßen, die Fanmeile sähe so aus wie die in Berlin, wäre allerdings eine Miniaturausgabe, wo es nur Carlsberger gäbe. Zum Stadion ging es in Ikarus-Bussen aus den 50er Jahren, wobei sich die Polizei um die Trennung der Dänen von den Deutschen bemühte, doch die feierten und fuhren lieber zusammen.

Sehr interessant, doch wie werden Spanien und Kroatien spielen, sowie Italien und Irland? Schmecken die Stullen? Hältst du mal die Gusche?! In der 6. Spielminute fackeln kroatische Zuschauer einige Bengalos ab, wohl als vorauseilenden Protest, weil ihrer Mannschaft nach einer knappen halben Stunde ein berechtigter Strafstoß verweigert wird - vom Schiedsrichter Wolfgang Stark, der sich vor einigen Wochen für sein Verhalten rund um das Bundesliga-Relegationsrückspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC ein Berlin-Verbot einhandelte, glaube ich.

Kurz vor dem Halbzeitpausenschnaps gehen die Italiener in Führung. Das verspricht zunehmenden Schwung für die heutige Doppelveranstaltung. Gigor und ich trinken aus Vorfreude griechischen Wein.

Für das Spiel in Lwiw hätten drei Kollegen und er Karten für die dänische Kurve gehabt. Schön eigentlich, doch sechs Zankdänen rissen aus dem Buch der Völkerfreundschaft eine Seite heraus, indem sie an Gigors BFC-Dynamo-Transparent herumzuzerren begannen, worauf er sein Bier über ihre Fräcke verteilte und nicht auf Esperanto herumschrie. Sofort waren ukrainische Polizisten und deutsche EGH-Kräfte anwesend, sowie ein UEFA-Beobachter und Yvonne Jensen. Gigor wurde verfolgt, befragt und freigesprochen. Nur deshalb kratzt er nicht meinen Kopenhagen-Aufkleber vom Kühlschrank.

Spanien und Italien qualifizieren sich für das Viertelfinale. Die Iren müssen nach Hause fliegen, weil es für folkloristisch-musikalische Höchstleistungen keine Schummelpunkte gibt.

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