21.06.2012

BKA löst sich von brauner Vergangenheit

Berlin (nd-Heilig). Die Paul-Dickopf-Straße in Wiesbaden wird auf Anregung des Bundeskriminalamtes (BKA) umbenannt. Eine Namensgebung sei immer auch ein symbolischer Akt, der eine besondere Wertschätzung und Vorbildfunktion des Namengebers einschließt. Diese Identifikation mit Paul Dickopf sei nicht mehr vorhanden, teilte das Amt gestern mit. Damit verabschiedet man sich von einem Stück brauner Tradition. Dickopf, der das BKA aufgebaut hatte, sein erster Präsident und danach als Chef von Interpol arbeitete, war SS-Mann und in Spionageoperationen des Nazi-Reiches verstrickt. Ab Monatsende soll die BKA-Zufahrt Gerhard-Boeden-Straße heißen. Boeden war Vizepräsident des Amtes und von 1987 bis 1991 Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz.