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21.06.2012
Meine Sicht

Großflughafen lieb und teuer

Andreas Fritsche hält Kostenexplosion für absehbar

Eine exakte Summe gibt es noch nicht. Da tappt die Öffentlichkeit im Dunkeln. Aber eins ist klar: Die Verschiebung der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens »Willy Brandt« in Schönefeld vom 3. Juni 2012 auf den 17. März 2013 kostet enorm viel Geld. Allein die Deutsche Bahn verlangt womöglich Millionen - und das ist nur die Spitze des Eisbergs, denn dazu kommen Schadenersatzforderungen von Fluggesellschaften und Einzelhändlern. Doch damit nicht genug. Die Flughafengesellschaft wird sicherlich beim Schallschutz der Anwohner nicht so billig davonkommen, wie sie anscheinend gehofft hatte. Es gibt Schätzungen, dass allein dies 250 Millionen Euro teurer wird als veranschlagt.

Angesichts solcher Beträge ist die Frage durchaus mal berechtigt, ob für den Steuerzahler die 2003 abgebrochene Privatisierung des Flughafens nicht am Ende doch günstiger gewesen wäre. Die Erfahrungen zeigen aber, dass es anders läuft. Es gilt ja die Faustregel, dass unter den gegenwärtigen Bedingungen nur Gewinne privatisiert und nur Verluste verstaatlicht werden. Bei allen Fehlern, die beim Flughafenbau gemacht worden sind, der größte Fehler war doch der, den Airport in dicht besiedeltes Gebiet zu setzen. Jedes vernünftige Argument hatte gegen den unbedingten Willen, den Großflughafen in Schönefeld entstehen zu lassen, keine Chance. Das kann jetzt nicht mehr korrigiert werden. Dafür muss in jeder Beziehung bezahlt werden.

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