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Martin Hatzius
23.06.2012

Anstoß

Marginalien zur Fußball-EM Heute: MARTIN HATZIUS

Die Holländer und die Iren stellten die einzigen Mannschaften, die keinen einzigen Punkt in ihrem Gepäck verstauen konnten, als sie nach der Vorrunde dieses Turniers die Heimreise antreten mussten. Hätten Spieler, Trainer und Fans das vorher gewusst, wären sie vermutlich gar nicht erst angereist. Der verlässliche Blick in die Zukunft - gäbe es ihn denn - hätte der Vernunft von Iren und Holländern gebieten müssen, die insgesamt 18 liegengelassenen Punkte bereits im Vorherein an die Konkurrenten zu verteilen. Der irrationalen Vergeudung von Reisegeldern und Energieressourcen aber wäre in weiser Voraussicht ein Riegel vorzuschieben gewesen. Nicht zu vergessen: Wir Zuschauer hätten sechs Mal neunzig Minuten Lebenszeit sinnvoller gestalten können als vor Fernsehgeräten oder gar in den Stadien. Dumm gelaufen.

Andererseits: Wären die Holländer gleich in Holland und die Iren in Irland geblieben, wäre die Geschichte dieser Europameisterschaft um einige eindrückliche Bilder ärmer. Die dramatische Sekunde im irischen Spiel gegen Kroatien, da der Ball vom Pfosten nicht etwa seinen geplanten Weg zurück aufs Spielfeld nahm, sondern vom Kopf des heranhechtenden Torwarts Shay Given ins Netz flog ... Die millionenfache Verwunderung über den Moment, da der niederländische Weltstar Arjen Robben bei seiner Auswechslung im Spiel gegen die Dänen nicht etwa zur Wechselbank sprintete, um den neuen Spieler abzuklatschen, sondern stattdessen auf der anderen Seite des Platzes über die Bande sprang, mit gesenktem Kopf das halbe Spielfeld umrundete, um schließlich, auf dem Boden hockend, das Elend frustriert mit anzusehen ... Wäre der Ausgang der Spiele vorher klar gewesen, hätte es wahrscheinlich auch nicht dieses riesige orange Zeltlager der Holland-Fans in Charkiw gegeben, nicht die Gesänge der smaragdgrünen Iren und nicht ihr kollektives Hopsen, mit dem Rücken zum Rasen.

Oder doch? Immerhin waren die Iren doch vor dem dritten Spiel schon ausgeschieden, und trotzdem kamen sie zu Zehntausenden nach Poznan. Wie irrational! Wollten die Spaßmacher von der Krisen-Insel uns deutsche Zielstreber gar zum Narren zu halten? »ANGELA MERKEL THINKS WE ARE AT WORK« stand hohnlachend auf einer riesigen grün-weiß-orangen Flagge geschrieben. So viel Respektlosigkeit konnte die überarbeitete Kanzlerin keinesfalls auf sich sitzen lassen. Ihre Ankündigung, dem Spiel der Deutschen gegen die Griechen persönlich beizuwohnen, ist eine klare Ansage gegen alle Faulen und Frechen: Glaubt nicht, ihr könntet meinem Blick entkommen!

Vielleicht wäre Angela Merkel gar nicht nach Gdansk geflogen, wenn sie vorher mit Sicherheit gewusst hätte, wie die Partie endet. Und womöglich war sie ja gar nicht dort? Ich weiß es wirklich nicht. Könnte ja sein, das was Wichtigeres dazwischengekommen ist. Wie? Sie haben sie aber gesehen? Ich nicht. Im Augenblick liegt das Ereignis ja noch in der Zukunft. Wenn Sie das hier lesen, wissen wir mehr. Ich lasse mir das Spiel jedenfalls nicht entgehen, egal wie's ausgeht. Ähm, ausgegangen ist.

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