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Von Ulrike Henning
26.06.2012

Sparsam mit der Seife

Tabuthema Hämorrhoidalleiden: Fehldiagnosen und Falschbehandlungen sind häufig

Zunächst die gute Nachricht: Hämorrhoiden sind nicht gefährlich - im gesunden Zustand. Jeder hat sie, und jeder braucht sie. Die ringförmig am After angeordneten Gefäßpolster sind vielmehr ein normales Element des Verschlussapparates des Darms. Sie sorgen für die Feinkontinenz, halten Feuchtigkeit und Gase zurück.

Hämorrhoiden können auch lästig werden, wenn sie sich vergrößern und hervortreten oder es zu Blutungen kommt. Weitere Symptome, an denen viele Menschen leiden, sind Missempfindungen, Jucken, Prolaps - ein Vorfall von Teilen des Mastdarms aus dem After. Schmerzen sind für Hämorrhoidalleiden eher untypisch. Wird umgangsprachlich von Hämorrhoiden gesprochen, sind diese häufig gar nicht der Verursacher der Beschwerden. Experten wie Gerd Pommer, niedergelassener Internist aus Oldenburg, klingen nach vielen Jahren ärztlicher Praxis manchmal schon resigniert: »Niemand in der Bevölkerung weiß, was Hämorrhoiden eigentlich sind.«

Schon für Blutungen im Analbereich gibt es viele mögliche Ursachen: Es kann eine chronisch-entzündliche Darmkrankheit wie Morbus Crohn vorliegen. Auch Polypen, Fissuren (Einrisse) oder akute Entzündungen des Darms verursachen Blutungen. Rein statistisch machen die Hämorrhoiden nur vier Prozent der Blutungsursachen aus, bei 24 Prozent der in einer Studie erfassten Patienten lag hingegen eine ernsthafte Erkrankung vor. Eine Warnung enthalten auch die Ergebnisse einer Studie mit 4000 Patienten, die an analen Blutungen litten: 18 Prozent von ihnen wiesen Neoplasien im Darm auf. Das sind Neubildungen, über deren weitere Entwicklung - eventuell zu einem bösartigen Tumor - noch nichts gesagt werden kann.

Gegen störende Hämorrhoiden werden viele verschiedene Salben und Cremes mehr oder weniger dezent beworben. Diese Mittel können bestenfalls Symptome lindern, behandeln das Leiden an sich aber nicht. Weil das Thema tabuisiert ist, tendieren die meisten Menschen zunächst zur Selbstmedikation. Patienten kommen erst sehr spät in Behandlung und wollen die kleinen Hautausstülpungen »weggemacht haben«. Gerd Pommer spricht von malignen Melanomen (also bösartigem Hautkrebs), von Virusinfektionen oder einem entwickelten Morbus Crohn, die für Hämorrhoiden gehalten wurden. Auch eklatante Fehlbehandlungen gebe es - unter anderem mit Kortisonsalbe. Sie kann die Haut dauerhaft »dünn wie Zigarettenpapier« machen, ein schmerzfreier Stuhlgang dürfte dann kaum noch möglich sein.

Tatsächliche Hämorrhoidalleiden werden entsprechend dem Grad ihres Voranschreitens behandelt. Die oft bekannte und gewünschte Verödung (Sklerosierung) hilft nur gegen Blutungen, beseitigte aber das Problem noch nicht. Wichtiger scheint Gerd Pommer eine gründliche Ernährungsberatung: So sorgen Ballaststoffe - statt Abführmittel - für einen geformten Stuhl. Auch bei der Pflege geht es um das richtige Maß: zweimal täglich Seife ist zu viel, klares Wasser völlig ausreichend. Hier warnt Pommer auch vor bedrucktem Toilettenpapier, oder, noch schlimmer, vor Feuchttüchern. Die enthaltenen Duft-, Farb- oder Konservierungsstoffe erhöhen das Risiko einer allergischen Reaktion deutlich.

Bei fortgeschrittenen Hämorrhoidalleiden kann der vorfallende Teil mit einem Gummiband abgeschnürt werden, die Blutgefäße werden so verschlossen und das Gewebestück stirbt nach wenigen Tagen ab. Es wird mit dem Band beim Stuhlgang unbemerkt ausgeschieden. Ist dieses Verfahren nicht mehr geeignet, hilft nur noch chirurgisches Eingreifen.

Über die Ursachen des Leidens ist sich die Wissenschaft noch uneinig. Diskutiert werden falsche Ernährungsgewohnheiten - zu viel Kaffee, Alkohol und scharfe Gewürze. In diesem Zusammenhang könnte eine Lebererkrankung vorliegen: Über die Pfortader gelangt normalerweise das venöse Blut aus dem Darmbereich zur Leber, um dort entgiftet zu werden. Ist das Organ gestört, gibt es einen Pfortaderrückstau, der bis in die Enddarmvenen führt. Als weitere Ursachen kommen zwanghaftes Pressen beim Stuhlgang oder ein bewegungsarmer Lebensstil in Frage.

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