Wenn Schlussstriche zur Mode werden ...braucht es linken Journalismus
Deshalb jetzt das »nd« unterstützen!
    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Ich habe bezahlt.

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login
  • Ich beteilige mich später
Von Ulrike Henning
27.06.2012

Pendeln nervt und macht krank

Wachsender Druck in der Arbeitswelt lässt Ausfall durch psychische Krankheiten steigen

Bei der jährlichen Auswertung von Versichertendaten durch die Techniker Krankenkasse (TK) zeigte sich: Berufspendler sind mehr von Arbeitsunfähigkeit durch psychische Erkrankungen betroffen als die an ihren Wohnorten Tätigen.

Bundesweit arbeiten 45 Prozent der bei der Techniker Krankenkasse (TK) versicherten Berufstätigen außerhalb ihres Wohnkreises, insbesondere ältere Männer pendeln. Beim »starken Geschlecht« ist ab einem Alter von 30 Jahren auch der Anteil jener Männer größer, die über 50 Kilometer vom Wohnort entfernt tätig sind. Frauen arbeiten eher dort, wo sie auch wohnen, was der gängigen Rollenverteilung zu entsprechen scheint: Sie kümmern sich, oft zusätzlich, um Kinder und Heim.

Auch in einem weiteren Punkt scheint die allseits geforderte Mobilität Berustätige zu stressen: Die TK fand in den Daten von 3,7 Millionen Erwerbspersonen, dass auch ein Arbeitsstättenwechsel die psychische Gesundheit gefährdet. Die Betroffenen sind gut einen halben Tag länger wegen psychischer Störungen arbeitsunfähig als permanent in einem Unternehmen Beschäftigte. Noch deutlicher wirkt sich der Wechsel des Wohnkreises - aus welchen Gründen auch immer - in diesem Bereich negativ aus. Die Umzügler sind fast 2 Tage länger mit entsprechenden Diagnosen krankgeschrieben.

Bei der Suche nach Ursachen für diese Trends konzentrierte sich Christian Welzel vom Unternehmen aktiVital auf die Arbeitswelt. Unternehmen müssten sich den Pendlern als einer gesundheitlichen Risikogruppe zuwenden und ihnen helfen, den subjektiven Stress von Reisezeiten zwischen ein und drei Stunden pro Tag zu kompensieren. Dem Verlust von Freizeit und damit von Erholungschancen könne durch zeitliche Bonussysteme entgegengesteuert werden, oder auch durch Möglichkeiten zum sportlichen Training in den Betrieben selbst. Dennoch sei jeder Einzelne auch selbst für den Schutz seiner Gesundheit verantwortlich. Welzel beschrieb das Dilemma so: »Der Arbeitsplatz ist heute ein wertvolles Gut, er kann aber auch krank machen«. Auf weitergehende Probleme wie die Wohnlichkeit von Großstädten für Familien oder die Bezahlbarkeit des Lebens am Arbeitsort wurde in diesem Zusammenhang nicht eingegangen.

Insgesamt stiegen nach den TK-Daten die Fehlzeiten 2011 gegenüber 2010 um etwa einen halben Tag an, was einer Steigerung um 4,3 Prozent entspricht. Schlechter sieht das mittelfristig aus, denn seit 2006 stiegen die krankheitsbedingten Fehlzeiten um 21 Prozent. Spitzenreiter bei den Arbeitsunfähigkeitsfällen und -tagen im Jahr 2011 sind die neuen Bundesländer, ausgenommen Sachsen. Überproportional wuchs seit 2006 der Ausfall aufgrund psychischer Störungen - und zwar um 60 Prozent. Einen Zuwachs von 50 Prozent gibt es bei Medikamentenverordnungen zur Behandlung des Nervensystems. Übertroffen wurde dieser noch von Verordnungen gegen Erkrankungen des kardiovaskuläre Systems. Die wuchsen seit 2000 von 100 auf 172 Prozent im Jahr 2011 und resultierten vor allem aus der Verschreibung von Blutdrucksenkern.

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken