Volkmar Draeger 29.06.2012 / Berlin / Brandenburg

Ein Körper in Selbstbetrachtung

Die Galerie ART CRU zeigt »Josef Hofer und der Spiegel«

Als Hans Prinzhorn 1921 seine Stelle in der Psychiatrischen Universitätsklinik Heidelberg verließ, war seine Sammlung von Bildwerken der Patienten auf 5000 Blatt angewachsen. Ein Jahr später publizierte er seinen wegweisenden Band »Bildnerei von Geisteskranken«. Im Jahr zuvor hatte bereits der Psychiater Walter Morgenthaler in Bern zu diesem Thema veröffentlicht, bis in die Gegenwart widmete sich dem sein österreichischer Kollege Leo Navratil. Von »zustandsgebundener Kunst« oder kurz Art Brut sprachen sie und meinten damit das, was Behinderte künstlerisch aus innerem Drang ausstoßen, gleichsam therapeutische Funktion hat, oft weit darüber hinaus geht, hin zu einem eigenständigen Œuvre. In der Geborgenheit einer Heilanstalt schrieb zumindest eine Zeit lang Robert Walser, bekannt ist van Goghs Leidensweg. Es war der Franzose Jean Dubuffet, selbst Maler, der sich für das Schaffen von Geisteskranken, Außenseitern und Sonderlingen sammelnd und fördernd engagierte. Wird seine Kollektion jetzt in Lausanne aufbewahrt, findet sich die Sammlung Prinzhorn in Heidelberg. Bekanntester Vertreter jener Art Brut war um 1900 Adolf Wölfli, der in der Anstalt unerhört produktiv zeichnete, schrieb, komponierte. Fuß- und Mundmaler etwa haben heute einen speziellen Verlag.

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