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30.06.2012

Auch Schlecker XL ist bald Geschichte

Aus Angst vor weiteren erfolgreichen Klagen: Insolvenzverwalter verschickt Zweitkündigungen

Den Schlecker-Beschäftigten wird zum zweiten Mal gekündigt. Auch die Schlecker-XL-Filialen schließen.

Frankfurt am Main (AFP/nd). Nach der endgültigen Schließung aller Schlecker-Filialen kündigt Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz den Mitarbeitern aus formalen Gründen ein zweites Mal. Hintergrund des Schrittes sei, dass es nach dem endgültigen Aus der Drogeriemarktkette nun keine Betriebsstätten mehr gebe, wodurch sich die Situation grundlegend geändert habe, sagte ein Sprecher.

Hintergrund dürfte aber auch die erfolgreiche Klage einer ehemaligen Schlecker-Mitarbeiterin am Arbeitsgericht in Heilbronn sein, die am Donnerstag bekannt wurde und gegen die Geiwitz nun in Berufung gehen will. Die frühere Filialleiterin hatte ein Urteil erreicht, wonach ihre Kündigung von Ende März unwirksam ist. Dem Gericht zufolge war die Sozialauswahl grob fehlerhaft. Die endgültige Sozialauswahl sei gemeinsam mit dem Betriebsrat getroffen worden, hieß es dagegen von der Insolvenzverwaltung. Geiwitz hatte rund 10 000 Beschäftigten in einer ersten Welle aus der Insolvenz heraus betriebsbedingt gekündigt. Mit den neuen Kündigungen will sich Geiwitz offenbar vor neuen Kündigungsschutzklagen schützen, wie es aus Kreisen von Arbeitnehmervertretern hieß.

Am späten Donnerstagabend hatte der Gläubigerausschuss bekanntgegeben, dass auch die mehr als 1100 Mitarbeiter der Schlecker-XL-Filialen ihren Job verlieren. Es gebe »keine wirtschaftlich vertretbare Perspektive« für eine Fortführung, hieß es. Wegen der Tarifeinheit mit der insolventen Muttergesellschaft sahen die Investoren ein »viel zu großes und nicht kalkulierbares Risiko im Zusammenhang mit den Kündigungsschutzklagen«, so Insolvenzverwalter Werner Schneider. Die Kündigungen würden voraussichtlich bis Mitte Juli versandt. Eine Überlebenschance habe hingegen IhrPlatz. Die Gespräche mit einem Investor würden fortgesetzt.

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