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Von Klaus Joachim Herrmann
30.06.2012

Stolpersteine überall

Themenjahr 2013 »Zerstörte Vielfalt« erinnert an Berlin in der Nazizeit

Zum Nachdenken über schmerzliche Verluste und wieder errungene gesellschaftliche Werte möchte das Themenjahr 2013 »Zerstörte Vielfalt - Berlin in der Zeit des Nationalsozialismus« anregen. Einen Ausblick auf das umfangreiche Programm gaben Veranstalter gestern im Roten Rathaus. Historische Eckdaten sind der 80. Jahrestag der Machtübernahme der Nazis am 30 Januar 1933 und der 75. Jahrestag der Novemberpogrome gegen jüdische Mitbürger.

Katharina Kaiser vom Verein »Frag doch!« verwies besonders nachdrücklich auf den »biografischen Ansatz« des Themenjahres am Beispiel des Schöneberger Projektes »Wir waren Nachbarn«. Gerade mit der Darstellung persönlicher Schicksale ließen sich vor allem junge Menschen besonders gut erreichen.

Überall in der Stadt sollen Orte und Schicksale erkundet werden können. »Wenn die Steine hier erzählen könnten, würden viele weinen«, sagte Kulturstaatssekretär André Schmitz. Es gehe darum, wie viel Berlin durch die von den Nazis zerstörte Vielfalt verloren habe, um Gedenken, Erinnerung und Mahnung. Es gehe um die Erkenntnis des Wertes der Vielfalt, die sich Berlin wieder erarbeite. Er nannte es ein »Herzensanliegen«.

Einen Überblick über alle seit 1996 rund 4000 in Berlin verlegten Stolpersteine zum Gedenken an verfolgte jüdische Mitbürger soll im Themenjahr das Internetportal www.stolpersteine-berlin.de bieten. Das kündigte Christine Fischer-Defoy vom Aktiven Museum an. Zu jedem Stolperstein, der ja nur elementare Angaben vermittele, solle eine biografische Zusammenstellung erarbeitet werden. Erst auf diese Weise werde eine konkrete und anschauliche Auseinandersetzung mit den damaligen Vorgängen »vor Ort« möglich.

Im weitesten Sinne dürften sich »Stolpersteine« ganz besonders im Themenjahr überall in Berlin finden. So ruft Alexander Koch vom Deutschen historischen Museum auf »zu einer Erkundung der Stadt«. In »Roten Boxen« würden Projekte gekennzeichnet und erläutert. Seine Einrichtung wolle »in einer thematisch-topografischen Ordnung Dinge bündeln und akzentuieren«. Dies sei »kein ganz leichtes Unterfangen« der Bundeseinrichtung, aber doch »ein wunderbares Projekt«.

Auf zeitweilige »Stadtmarkierungen« sollen die Berliner und ihre Gäste auf den Straßen und Plätzen treffen. Diese sollen »zerstörte Vielfalt« anschaulich machen - wie die Ausstellung »Vom Boykott zum Programm« am Kurfürstendamm. Geplant sind Ausstellungen, Lesungen, Rundgänge, Kunstprojekte und sehr vieles mehr, dem die Menschen in ihrem Alltag beim Bummel, auf dem Weg zur Arbeit, zu Schule und Sportverein begegnen.

Auf dem Tempelhofer Feld sollen Grabungen zur Erforschung der Zwangsarbeiterlager beginnen. Markierungen sind für die Insel Schwanenwerder angekündigt, wo Nazigrößen ihre Villen hatten.

Insgesamt stehen rund fünf Millionen Euro, davon 2,4 Millionen Euro aus Lottomitteln, für das wohl größte Berliner Vorhaben dieser Art bereit.

Einige Projekte

  • Aus Rot wird Braun: Die BVG im Jahr 1933, Ausstellung über das Schicksal eines früheren Vorzeigeprojektes sozialdemokratischer Kommunalpolitik und seiner Belegschaft. www.berg2.de
  • Die Gehörlosen in der NS-Zeit, Filmprojekt www.gehoerlosen-bund.de
  • Land des Lächelns oder 's wird schon besser, multimediale Collage über unerwünschte Künstler im Rampenlicht www.evelin-foerster.de
  • Absender: Marie Winter - Berlin-Wilmersdorf. Die 200 Briefe einer jüdischen Mutter an die Tochter im Exil, Lesung an Originalschauplätzen
  • Vergessene Architekten, Rundgänge www.juedische-architekten.de

www.kulturprojekte-berlin.de

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