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Von Martin Ling
03.07.2012

Niebel bemerkt den Rohstofffluch

Es klingt zu schön, um wahr zu sein. »In der Vergangenheit waren Rohstoffe oft genug nicht Segen, sondern Fluch für die Herkunftsländer - Ressourcen wurden und werden immer noch ohne Rücksicht auf Mensch und Umwelt ausgebeutet - mit oft dramatischen Folgen. Hier muss ein Umdenken einsetzen, wie wir es bereits eingeleitet haben: Rohstoffe, ihre Förderung und ihre Weiterverarbeitung müssen zum Nutzen für die Entwicklung der Herkunftsländer genutzt werden.« Was einem progressiven Lehrbuch der Entwicklungsökonomie entnommen scheint, stammt aus dem Munde des deutschen Entwicklungsministers Dirk Niebel. Gefallen sind die denkwürdigen Sätze vergangene Woche bei der Jahrestagung »Nachhaltige Rohstoffwirtschaft und Entwicklungspolitik«.

Dass dieses Umdenken eingeleitet sei, illustriert das Entwicklungsministerium gerne mit einer Kohlewaschanlage für die Mongolei, mit der das Land in die Lage versetzt wird, künftig bereits gewaschene Kohle anzubieten. Damit darf der rohstoffreiche Staat einen Wertschöpfungsschritt mehr im eigenen Land vollziehen. Und das ist die Krux in der internationalen Arbeitsteilung: Seit Jahr und Tag bestimmen die Industrieländer weitgehend, wo die Weiterverarbeitung stattfindet, indem die Zölle mit der Wertschöpfungsstufe ansteigen - ob beim Kaffee oder der Kohle. So wird der Süden zum Rohstofflieferanten festgeschrieben. Nur Länder mit einem für den Norden attraktiven Absatzmarkt wie China haben die Macht, Wertschöpfungsketten in ihrem Land einzufordern. Die Mongolei kann das so wenig wie die meisten Entwicklungsländer. So richtig die Einsicht von Niebel ist, dass Rohstoffeinnahmen nur dann der breiten Bevölkerung zugutekommen, wenn die Weiterverarbeitung im Herkunftsland erfolgt, so selten ist das gängige Praxis. Eine Kohlewaschanlage reicht dafür sicher nicht. Niebel ist in der Bringschuld.

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