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Von Martin Kröger
06.07.2012

Rockerkrieg flammt erneut auf

Schießerei vor einem Vereinsheim der Bandidos in Wedding mit zwei Verletzten

Die Konflikte im Rockermilieu nehmen kein Ende. Am späten Mittwochabend kam es erneut zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung vor einem Vereinsheim der Bandidos in Wedding. »Es hat dort Schüsse gegeben«, bestätigt Polizeisprecher Michael Maaß. Durch die Schüsse seien zwei Personen verletzt worden, sie schwebten allerdings nicht in Lebensgefahr. Anwohner hatten die Schüsse gegen 23 Uhr gehört und die Polizei alarmiert. Die rückte mit einem Großaufgebot und dem Sondereinsatzkommando an. Im Anschluss wurden von 40 bis 50 Personen, die sich auf dem Gelände des Chapters »East Gate« aufhielten, die Personalien aufgenommen. Eine Mordkommission und das Sonderdezernat zur Rockerkriminalität beim Landeskriminalamt haben die Ermittlungen übernommen.
Vor genau demselben Clubhaus war es erst vor wenigen Tagen zu einer Schlägerei gekommen, auch damals fiel ein Schuss. Wer hinter dem erneuten Anschlag auf die Bandidos steht, ist unterdessen unklar. Es könnte durchaus sein, dass die mit den Bandidos verfeindeten Hells Angels Druck auf die Konkurrenz ausüben. Es wäre nicht das erste Mal: Zuletzt waren an Pfingsten zwei Abteilungen der Bandidos zu den Höllenengeln übergelaufen. Auch damals hatte es zuvor Anschläge auf Clubhäuser der Bandidos und deren Anhänger gegeben, einmal war sogar mit einer Maschinenpistole geschossen worden.
Dass der Rockerkrieg in der Hauptstadt immer mehr eskaliert, zeigt auch der Fall André S. Der ehemalige Präsident des Hells Angels Charters »Nomads« war vor wenigen Wochen vor seiner Kneipe in Niederschönhausen von einem Unbekannten mit mehreren Schüssen niedergeschossen worden. S. wurde inzwischen aus dem Krankenhaus entlassen.
Wie in Kreisen der von der Polizei als »Outlaw Motorcycle Gangs« bezeichneten Gruppierungen üblich, schweigen alle Parteien gegenüber den Ermittlern. Die gegenwärtigen Auseinandersetzungen dürften auch in Zusammenhang mit dem rigiden Vorgehen gegen die Gruppen durch Innensenator Frank Henkel (CDU) stehen. Der hatte Ende Mai das Hells Angels Charter »Berlin City« verboten. Weil aber ein Polizist die Aktion verriet, lief die Razzia gegen das Hells Angels Charter ins Leere. Lediglich einige Motorräder konnten beschlagnahmt werden. Überdies wehren sich die Rocker nun vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg gegen das Verbot. »Der Ausgang bleibt abzuwarten«, erklärt der Sprecher Henkels. In jedem Fall werde das Klageverfahren einige Zeit in Anspruch nehmen.
Die Mitglieder des verbotenen Hells Angels Charters Berlin City wiederum waren früher ebenfalls bei den konkurrierenden Bandidos organisiert. Im Jahr 2010 wechselten die Männer um Kadir P. jedoch spektakulär die Farben. Seitdem gerät das ganze Gefüge des Rockermilieus in Berlin immer schneller ins Wanken. Das liegt auch daran, dass die Rocker um P. als besonders aggressiv und gewalttätig gelten.
Eine »massive Machtverteilung« konstatierte jüngst der Leiter des Landeskriminalamtes, Christian Steiof im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Der Kriminalist sagte bereits vor einigen Wochen »gewalttätige Auseinandersetzungen insbesondere im Kampf um Gebiete und Macht im Rauschgifthandel und Schutzgelderpressungen« voraus. Angesichts der erneuten Schießerei scheint sich diese Prophezeiung zu bewahrheiten.

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