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Von Fabian Lambeck
06.07.2012

Jung, dynamisch und prekär

IG Metall: Ein Drittel aller unter 35-Jährigen in unsicheren Arbeitsverhältnissen

Der Aufschwung geht an den jungen Menschen vorbei: Wie eine Studie der IG Metall belegt, arbeitet mittlerweile jeder dritte Beschäftigte unter 35 Jahren entweder befristet oder gleich als Leiharbeiter.

Sie sind jung, dynamisch und prekär beschäftigt. Laut einer am Donnerstag veröffentlichten Studie der IG Metall müssen sich immer mehr junge Menschen als Leiharbeiter oder befristet Beschäftigte durchschlagen. Demnach hat sich der Anteil der jungen Prekären in den letzten Jahren weiter erhöht. So arbeiten in diesem Jahr bereits 32 Prozent der unter 35-Jährigen in unsicheren Arbeitsverhältnissen. Im Krisenjahr 2009 lag ihr Anteil noch bei 28 Prozent. Bei Älteren sank der Anteil prekärer Jobs im gleichen Zeitraum von 16 auf 11 Prozent. Auf dem deutschen Arbeitsmarkt vollzieht sich offenbar eine soziale Spaltung zwischen Jung und Alt.

»Der Aufschwung geht an der jungen Generation vorbei«, kritisierte der Vizevorsitzende der Gewerkschaft, Detlef Wetzel, bei der Vorstellung der Studie in Berlin. Zwar sei man in der Bundesrepublik »weit von spanischen Verhältnissen entfernt«, so Wetzel, »aber auch in Deutschland haben zu viele junge Menschen keine guten Zukunftsperspektiven.« Zumal sich die Probleme der Prekären auch außerhalb der Arbeitsstelle fortsetzen: »Im wirtschaftlichen Aufschwung werden die Jungen abgehängt und im Erwerbsleben an den Rand gedrängt«, konstatierte Wetzel. So gebe es zum Beispiel Schwierigkeiten bei Geldgeschäften oder der Wohnungssuche: Viele Banken vergeben keine Kredite, wenn der Kunde keinen festen Job vorweisen kann. Das betrifft ein Drittel aller jungen Arbeitnehmer hierzulande.

Die jungen Leiharbeiter stehen im Konjunkturabschwung ganz oben auf der Entlassungsliste. »Die werden die Ersten sein, die es treffen wird«, prophezeite der bayerische IG-Metall-Bezirksleiter Jürgen Wechsler am Mittwoch. Selbst wirtschaftsstarken Bayern gehen die Aufträge zurück. Bis Herbst, so Wechsler, sei sei das Polster dick genug. Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es: Wegen der Zuschläge für Leiharbeiter nach dem neuen Tarifvertrag für die Metall- und Elektrobranche falle der Vorteil Lohndumping weg, so Wechsler. Zumindest in Bayern ging die Anzahl der Leiharbeiter zurück, auch weil viele übernommen wurden.

Für ihre Studie befragte die IG Metall 1000 junge Leute zwischen 14 und 34. Im Fokus stand die Stimmung und Zukunftserwartung dieser Altersgruppe. Dabei zeigte sich, dass Realschulabsolventen und Abiturienten wesentlich zufriedener sind als Schulabgänger mit Hauptschulabschluss. 74 Prozent der Befragten mit mittlerer Reife und 82 Prozent mit Abitur oder Hochschulabschluss sind mit ihrer beruflichen Entwicklung zufrieden. Ganz anders hingegen die Stimmung unter den Hauptschülern: Von ihnen sind nur 47 Prozent mit ihrem Berufsweg glücklich. Das sind noch einmal sechs Prozent weniger als im Vorjahr.

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