07.07.2012

Amerikas Taufschein

In der Münchner Universitätsbibliothek ist ein bislang unbekanntes Exemplar der berühmten Weltkarten des Kartographen Martin Waldseemüller entdeckt worden. Mitarbeiter fanden das einige hundert Jahre alte Dokument durch Zufall in einem unscheinbaren Bibliothekseinband, wie die Einrichtung am Dienstag in München mitteilte.

Berühmtheit erlangte Waldseemüller, der von 1470 bis 1522 lebte, mit seiner drei Quadratmeter großen Weltkarte, die gleichsam als »Geburtsurkunde« Amerikas gilt. Auf der rund 500 Jahre alten Karte findet sich erstmals die Bezeichnung »America« für den neu entdeckten Kontinent. Die Weltkarte, die auf der Weltdokumentenliste der UNESCO steht, war 2007 von Deutschland an die USA übergeben worden und liegt heute in der Library of Congress in Washington.

Bei dem Fund in der Münchner Unibibliothek handelt es sich um eine Globuskarte. Wie auf einem Bastelbogen stellt die Karte die Welt aufgeteilt in zwölf lamellenartige Segmente dar. In den drei rechten Teilen ist ein riesiges Festland in Form eines Bumerangs zu sehen mit dem Namen »America«.

Von diesen Globussegmentkarten kannte die Fachwelt bislang nur vier Exemplare. Nun haben die Bibliotheksmitarbeiter ein fünftes gefunden. AFP/nd

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