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Von Paul Liszt
09.07.2012

Keine Koexistenz mit Neonazis

In Schöneweide demonstrierten 350 Antifas / NPD-Landesvorsitzender setzt Pfefferspray ein

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Demonstration gegen Nazis in Schöneweide

Über den Köpfen des ersten Teils des Demonstrationszuges von etwa 350 Menschen spannt sich ein großes Stoffbanner, als dieser die Brückenstraße erreicht. Auf ihm prangt das Motto der Demonstration am Samstag in Schöneweide: »Turn Left - Smash Right« (Wendet Euch nach Links, zerschlagt Rechts). Angemeldet wurde die Demonstration von der Berliner VVN-BdA. Dessen Landesvorsitzender Hans Coppi betonte vor dem Hintergrund der NSU-Mordserie, es könne »keine Koexistenz mit Nazis« geben. In Schöneweide hat sich in den letzen Jahren rund um die Brückenstraße ein Netzwerk neonazistischer Infrastruktur herausgebildet, das auch immer wieder ein Ausgangspunkt für gewalttätige Angriffe ist.

Um auf diese Zustände aufmerksam zu machen, hatten Berliner Antifa-Gruppen eine Kampagne gestartet. So fanden in den letzte Woche unter anderem ein Konzert auf einem Jugendschiff und ein Hip-Hop- und Graffiti-Jam für Jugendliche in dem Gebiet statt. Die Demonstration war der »vorläufiger Höhepunkt«, sagt Miriam Schneider, Sprecherin der Kampagne. Man werde aber weiter machen und auch in Zukunft »klare Zeichen im Kiez setzen«. Anlass für die Demonstration war überdies das einjährige Bestehen des »Hexogen«, eines Geschäftes in der Brückenstraße, in dem auch Waffen wie Teleskopschlagstöcke verkauft werden. Dieses Geschäft sei Ausdruck einer Strategie der Neonaziszene, die sich den Stadtteil »ausgesucht« habe, um eine »rechte Hegemonie« zu etablieren, sagt Yves Müller, Mitarbeiter des Zentrums für Demokratie Treptow-Köpenick. Im vergangenen Jahr wurden hier Busfahrkarten zu einer Neonazi-Demonstration in Dortmund im Paket mit Pfefferspray angeboten. Der Lautsprecherwagen für eine NPD-Kundgebung vor drei Wochen in Friedrichshain wurde ebenfalls hier aufgebaut.

Betrieben wird das Geschäft von Sebastian Schmidtke, dem Berliner NPD-Landesvorsitzenden. Szenekenner bescheinigen ihm enge Verbindungen zur militanten Kameradschaftsszene um den »Nationalen Widerstand Berlin«. Ein Netzwerk von etwa 20 Neonazis, das den harten Kern der Szene bildet. So fungierte Schmidtke über Jahre als presserechtlich Verantwortlicher für sämtliche unter diesem Label herausgegebene Publikationen. Außerdem wurden sowohl der »Hexogen« als auch die Privatwohnung des Politikers im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen die gleichnamige Internetseite durchsucht.

Auch als die antifaschistische Demonstration die Kneipe »Zum Henker« passiert, fotografieren und filmen maskierte Neonazis aus den darüber gelegenen Fenstern. Einige Häuser weiter, ist es dann Sebastian Schmidtke selbst, der die Antifaschisten vermummt von seinem Balkon aus ablichtet. Ein im Internet veröffentlichtes Foto zeigt ihn zudem, wie er im Anschluss einen Passanten mit einem sogenannten Pfefferlöscher attackiert. Festgenommen werden lediglich fünf Antifaschisten, die sich vermummt haben sollen. Miriam Schneider kritisiert, dass der »temporäre Schutz« vor Anti-Antifa Fotografen, von der Polizei als »Vorwand« für diese genutzt wird, während die Neonaziprovokationen »ignoriert« werden.

turn-left.tk

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