12.07.2012

Von Fugado auf die Hörner genommen

Mehrere Verletzte bei Stiertreiben in Pamplona

Auch bei der vierten Stierhatz im spanischen Pamplona gab es mehrere Verletzte. Vier Männer wurden in Krankenhäuser gebracht. Sie erlitten Quetschungen, keiner wurde von Hornstößen verletzt, wie Mitarbeiter des Roten Kreuzes in der nordspanischen Stadt mitteilten.

Das vierte Stiertreiben dauerte zwei Minuten und 22 Sekunden, die bisher schnellste Zeit seit Beginn der traditionellen Hatz am vergangenen Sonnabend. Mehrere Läufer (»mozos«) stürzten oder stolperten auf der etwa 825 langen Strecke durch die engen Gassen der Altstadt Pamplonas.

Bei den »sanfermines« werden vom 7. bis zum 14. Juli täglich um acht Uhr sechs Kampfstiere und mehrere zahme Leitochsen durch die Gassen der Altstadt bis in die Arena gejagt, wo sie abends von Toreros getötet werden.

Bereits bei den ersten drei Stierrennen gab es viele Verletzte. Am dritten Tag kamen sieben Menschen, darunter zwei 20- und 29-jährige Briten und ein 39-jähriger US-Bürger, nach Angaben der Organisatoren mit Blessuren ins Krankenhaus. Der 545 Kilogramm schwere Stier Fugado, der die Tiere anführte, verletzte drei Menschen mit seinen Hörnern.

Mit einer feucht-fröhlichen Massenparty hatte am Freitag das neuntägige San-Fermín-Fest begonnen. Neben dem täglichen Stierlauf, bei dem die Tiere durch die Altstadt in die Arena getrieben werden, gibt es regelrechte Trinkgelage in Pamplona. Die Veranstaltung lockt jedes Jahr zahlreiche Touristen an, viele davon aus Großbritannien, den USA und Australien. Im vergangenen Jahr waren nach offiziellen Angaben etwa eine halbe Million Besucher in die 200 000-Einwohner-Stadt gekommen. Mehr als 20 000 Wagemutige hatten 2011 an den Stierrennen teilgenommen.

Bei den Rennen gibt es jährlich zwischen 200 und 300 Verletzte. Der letzte Todesfall ereignete sich vor drei Jahren, als ein Stier einen 27-jährigen Spanier vor der Menge der Schaulustigen aufspießte und dessen Hals, Herz und Lungen durchbohrte. Der Schriftsteller Ernest Hemingway beschrieb das Fest in seinem Roman »Fiesta« (»The Sun Also Rises«) von 1926.

In diesem Jahr ist die Wirtschaftskrise Spaniens allerdings auch beim Stierlauf zu spüren. Hotels berichten über weniger Buchungen, auch Bars und Restaurants vermelden einen Umsatzrückgang. So gingen viele Besucher des Festes inzwischen dazu über, statt in Cafés zu konsumieren, ihre Getränke und Snacks im Supermarkt zu kaufen. dpa/AFP

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