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Von Thomas Gesterkamp
13.07.2012

Fußball, Abenteuer, Mandalas und Blumensträuße

Geschlechterspezifische Schulbücher: Mädchen lernen anders, Jungen auch

Bei den einen geht es um Puppenkleidung und lackierte Fingernägel, bei den anderen um Torschüsse und Seeräuber. Sind geschlechtsspezifische Schulbücher eine wegweisende Idee oder bedienen sie nur alte Klischees?

Ein Mathematiklehrer mit ausgeprägter Vorliebe für Outdoor-Sportarten lässt sein Hobby ständig in den Inhalten seiner Aufgaben auftauchen. Doch von Seilwinden und Seilrutschen haben vor allem die Mädchen in seiner Klasse noch nie gehört - mit der Folge, dass ihre Berechnungen nicht an der fehlenden Formel, sondern am mangelnden Vorstellungsvermögen scheitern.

Ein Beispiel dafür, dass an deutschen Schulen kaum geschlechtersensibel unterrichtet wird. Das gilt auch in umgekehrter Richtung: Jungen finden Texte oft langweilig, wenn sie sich zu einseitig an Mädcheninteressen orientieren. Studien haben belegt, dass sie aufmerksamer sind und bei der Rechtschreibung weniger Fehler machen, wenn Wörter wie Fußball, Höhle oder Abenteuer vorkommen. In den meisten Diktatsammlungen aber »herrschen Friede, Freude, Eierkuchen auf blühenden Wiesen im Sonnenschein«, überspitzt Astrid Kaiser, Professorin für Didaktik an der Universität Oldenburg.

Der sonst auf Wörter- und Grammatikbücher spezialisierte Stuttgarter Verlag Pons hat 2009 erstmals »Textaufgaben für Mädchen« und »Diktate für Jungs« auf den Markt gebracht. Leider schießen die Herausgeber bei diesen Lernhilfen für die Grundschule, die sich an Lehrer wie auch an Eltern richten, über ihr Ziel hinaus. Auf dem rosafarbenen Mathebuch umarmen sich zwei feenhafte Mädchen im Engelskostüm. Das blaue Diktatheft zeigt auf dem Cover sechs Jungen mit Fußball und schmutzigen Knien. »Freundschaften, Pferde und Meerjungfrauen« wecken das Interesse des einen, »Sport, Dinosaurier und Piraten« das Interesse des anderen Geschlechts, heißt es zur Erläuterung. Die Mädchen rechnen mit Mandalas und Blumensträußen, Meerjungfrauen kaufen sich Flossenstrumpfhosen und Glitzersteine. Die Jungs stehen mitten in der »Vorbereitung auf das Endspiel«, kämpfen um die Schatzinsel oder berichten vom Autorennen.

Der Verlag Pons will keine »altbekannten Klischees zementieren, sondern die Kinder da abholen, wo sie stehen«. Die Themenwelten dienten der Motivation und böten »gezielte Aufgabentypen für die jeweiligen Bedürfnisse«. Man möchte auf das unterschiedliche Lernverhalten der Geschlechter reagieren, den »Bewegungsdrang« der Jungen ebenso für das Lernen nutzen wie die »Phantasie und Kreativität« der Mädchen. Das ist gut gemeint, aber in der Umsetzung etwas simpel gestrickt - und stößt deshalb unter Fachleuten zum Teil auf Ablehnung.

Geschlechtergerechte Didaktik ist ein vernünftiges Anliegen, die Vermeidung allzu gängiger Rollenstereotype aber auch. In den angebotenen Diktaten und Textaufgaben finden sich einfach zu wenig Überraschungen. Zu selten kommen Mädchen vor, die beispielsweise Fußball spielen, oder Jungen, die sich für Haustiere interessieren. Zur Ehrenrettung des Verlages sei erwähnt, dass »magische Welten« offenbar beide Geschlechter interessieren und eine der Textaufgaben für Mädchen »Im Hochseilgarten« heißt. Wer sie löst, ist immerhin vorbereitet auf kletterbegeisterte Mathelehrer.

Diktate für Mädchen, Diktate für Jungs (1. bis 4. Schuljahr), Textaufgaben für Mädchen, Textaufgaben für Jungs (2. bis 4. Schuljahr). Pons Verlag, Stuttgart 2009.

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