Die Entdeckung der Kindheit

Vor 250 Jahren veröffentlichte Jean-Jacques Rousseau seine Erziehungsutopie »Émile«

Im Frühsommer 1762 erschien in Amsterdam ein Buch, das den Grundstein für die moderne Pädagogik legte. Autor war der Philosoph Jean-Jacques Rousseau, der die Kindheit darin nicht mehr als Vorstadium zum Erwachsenwerden betrachtete, sondern als eigenständige, vollwertige Lebensphase.

Eine Frage hat die Philosophen zu allen Zeiten beschäftigt: Muss man, um eine bessere Welt schaffen zu können, zunächst den Menschen verbessern? Oder kann der Mensch sich erst dann wahrhaft human entfalten, wenn er dafür die passenden sozialen Verhältnisse vorfindet? Im Gegensatz zu vielen seiner Vorgänger vermied es der in Genf geborene französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau (1712-1778), diese Frage auf monokausale Art zu beantworten. Zwar hielt er einerseits die Republik für die gerechteste aller Staatsformen. Andererseits hegte er keinen Zweifel, dass der Mensch, um Teil einer solchen Gesellschaft werden zu können, zuvor einer gewissen Formung bedarf. Wie diese konkret durchzuführen sei, legte Rousseau in seinem 1762 erschienenen pädagogischen Hauptwerk »Émile oder über die Erziehung« dar, das er selbst als sein »würdigstes und bestes Buch« bezeichnete.

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