13.07.2012
Tagesglosse

Unten links

Man kann noch so akribisch planen, irgend eine unvorhersehbare Kleinigkeit kommt immer dazwischen. Zum Beispiel: der Sommer. Diese betrübliche Feststellung musste man jetzt in Berlin machen, wo die Polizisten im Einsatz nach langen Auseinandersetzungen seit letztem Herbst mit Namens- oder Nummernschild gekennzeichnet sind. Im Prinzip jedenfalls. Denn etwa Ende April wurde es plötzlich wärmer, und nun stellt sich heraus, dass die Schildchen zwar an der Polizistenjacke befestigt werden können, nicht aber am Hemd, welches der Hauptstadtbeamte im Sommer ohne weiteren Überzieher zu tragen pflegt. Daran kann man erstens sehen, dass Lenin Recht hatte: die Praxis als höchstes Kriterium der Wahrheit. Und zweitens, dass Regieren keine einfache Sache ist. Vielleicht sollten die Berliner ihren Kontakt zur Staatsmacht auf die kalte Jahreszeit beschränken und hoffen, dass die Klimaerwärmung etwas davon übrig lässt - da werden Name oder Nummer offen mitgeführt. wh

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