14.07.2012

Die Mappus-Show

Kommentar von Gabriele Oertel

Wenig überrascht hat sich Baden-Württembergs Ex-Ministerpräsident Stefan Mappus über die Absetzbewegungen seiner CDU-Freunde im Südwesten gezeigt. Dass angesichts der EnBW-Affäre diejenigen als Erstes weg gewesen seien, die zuvor gar nicht nahe genug bei ihm sein konnten - Mappus weiß, wie so was geht. Schließlich galt er einst selbst als mit allen Wassern gewaschener Dauerrivale seines Amtsvorgängers Günther Oettinger, der von Angela Merkel gen Brüssel entsorgt wurde. Oettinger wiederum kannte derlei Umgang ebenfalls aus persönlicher Erfahrung. Schließlich hatte er seinen Vorgänger Erwin Teufel auch nicht gerade zartfühlend zum Rückzug bewegt, um selbst Ministerpräsident werden zu können. Geschmäckle über Geschmäckle.

Fest steht, die Südwest-CDU sitzt nicht erst seit Mappus in einem tiefen Tal, wie das jetzt einige in Stuttgart und Umgebung Glauben machen möchten. Sie ist seit vielen Jahren eine wahre Schlangengrube. Die nur sichtbarer wurde, seit die Wähler die Christdemokraten im Ländle nach 58-jähriger Regierungszeit in die Opposition geschickt haben. Insofern könnte der Parteitag des zweitgrößten CDU-Landesverbandes am nächsten Wochenende von der Mappus-Show zur Muppet-Show werden. Und zu keinem guten Omen für die Kanzlerin und CDU-Vorsitzende.

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