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Von Hermannus Pfeiffer
14.07.2012

Die korruptesten Banken der Welt

Studie von Transparency International: Finanzindustrie tut zu wenig gegen Bestechlichkeit

Die Antikorruptionsorganisation Transparency International (TI) sieht bei der Öffnung internationaler Konzerne Fortschritte. Im aktuellen Transparency-Ranking der 105 weltweit größten Aktiengesellschaften gab es dagegen schlechte Noten für Banken und Versicherungen.

Der Finanzsektor sei bei der Berichterstattung über Aktivitäten in einzelnen Ländern besonders intransparent, kritisierten die Korruptionswächter. TI hatte für die Studie »Transparency in Corporate Reporting« (Transparenz in Unternehmen) frei zugängliche Angaben ausgewertet, wie Firmen über Transparenz und Anti-Korruptionsmaßnahmen informieren. »Unternehmen sollten länderspezifische Zahlen wie Umsatz, Vorsteuerergebnis und Steuern veröffentlichen«, forderte die Vorsitzende von Transparency Deutschland, Edda Müller. Nur so sei zu erkennen, ob und wie Zahlungen an Regierungen flössen oder Geld in privaten Taschen verschwände.

Die 24 in der Analyse berücksichtigten Finanzinstitute blieben dagegen meist undurchsichtig. TI erinnert daran, dass gerade diese undurchsichtige Strukturen zur Krise beitrugen. »Banken sollten ihre Beteiligungsstrukturen und nationalen Finanzkennzahlen vollständig offen legen«, forderte Müller. »Man kann nicht Steuergelder zur Rettung kassieren und sich gleichzeitig weigern, öffentlich zu dokumentieren, dass man ordentlich Steuern zahlt.«

Deutsche Unternehmen finden sich dagegen im oberen Drittel der Rangliste: Von den sieben ausgewerteten Konzernen habe jedoch keiner Steuerzahlungen in den einzelnen Staaten veröffentlicht, monierte Transparency. Dennoch schnitt der Chemiekonzern BASF mit Platz 7 gut ab, gefolgt von der Allianz (Platz 10). Die höchste Transparenz bescheinigte TI dem staatlichen norwegischen Ölkonzern Statoil, die schlechteste der Bank of China. Aber auch Firmen aus Industriestaaten landeten zum Teil weit hinten, so der US-Internetgigant Google auf Platz 95.

Doch die Wirksamkeit der Untersuchung wird durch das Fehlen wichtiger Akteure geschmälert. So sucht man den US-Investmentriesen Morgan Stanley ebenso wie die Deutsche Bank vergeblich - Großbanken, die vom Finanzstabilitätsrat der G20-Staaten als »systemrelevant« eingestuft wurden. Ohnehin unterschätzt TI Banken systematisch, Versicherungen und Fondsgesellschaften fehlen fast gänzlich. Stattdessen tauchen weltwirtschaftliche Leichtgewichte wie Pepsi Cola oder die spanische Telefónica auf. Nicht gerade Konzerne, die »das Leben der Menschen in mehr als zweihundert Staaten enorm beeinflussen«.

Schuld an der empirischen Schieflage ist das Auswahlverfahren. TI suchte seine Hundertschaft nach deren Börsenkapitalisierung aus, gelistet vom Nachrichtenmagazin »Forbes« für das Jahr 2010. Da herrschte aber tiefste Krise - Banken und Versicherungen galten an der Börse nichts.

Es dürfte sich für TI lohnen, Stefano Battiston einzuladen. Dessen Team an der Eidgenössischen Technischen Hochschule filterte in der ersten globalen Netzwerkanalyse die 147 maßgeblichen Akteure der Weltwirtschaft heraus - die Top 50 sind fast nur Banken, Versicherungen und Fonds. Es wäre sinnvoll, wenn TI in der nächsten Studie wirklich wichtige Konzerne unter die Lupe nehmen würde.

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