16.07.2012

AU diskutiert über Krisenherde

Sudan, Mali und Côte d'Ivoire machen beim Afrika-Gipfel Sorgen

In der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba begann am Sonntag ein zweitägiges Gipfeltreffen der Afrikanischen Union (AU). Vorab trafen sich die Präsidenten Sudans und Südsudans, um eine Lösung ihrer Konflikte anzugehen.

Addis Abeba/Kapstadt (Agenturen/nd). Der Sudan und der Südsudan wollen ihren Konflikt über Öl und Grenzziehung friedlich beilegen. Dies betonten die Präsidenten der beiden Staaten, Omar Hassan al-Baschir und Salva Kiir, nach ihrem ersten Treffen seit über einem halben Jahr am späten Samstagabend in Addis Abeba. Dort findet derzeit der Gipfel der Afrikanischen Union (AU) statt.

Die Präsidenten haben nach den Worten des Chefunterhändlers von Südsudan, Pagan Aman, ihre Verhandlungsdelegationen angewiesen, bis zum 2. August Lösungen für Konfliktthemen zu finden. Der UN-Sicherheitsrat hatte den Konfliktparteien bis zu diesem Termin ein Ultimatum gestellt; beiden Ländern wurden Sanktionen angedroht, wenn der Konflikt bis dahin nicht friedlich beigelegt wird. Der Streit zwischen beiden Ländern betrifft vor allem die genaue Grenzziehung im ölreichen Grenzgebiet sowie die Nutzung der Öl-Leitungen in Sudan, der bisher einzigen Möglichkeit für den Südsudan, sein Öl zu exportieren. Der Staat, der vor gut einem Jahr unabhängig wurde, hängt nahezu vollständig von den Öleinkünften ab

Neben Sudan stehen auch die anderen Krisenherde wie Mali und Côte d'Ivoire beim zweitägigen Gipfel der Staats- und Regierungschefs, der am Sonntag begann, auf der Tagesordnung. Zudem dürfte die Zusammenkunft erneut im Zeichen des Personalstreits um den Vorsitz der AU-Kommission stehen. Bereits im Januar konnten sich die afrikanischen Staaten nicht einigen, ob der bisherige Kommissionspräsident Jean Ping aus Gabun im Amt bleibt oder ob seine Herausforderin, die ehemalige südafrikanische Außenministerin Nkosazana Dlamini-Zuma, ihm nachfolgt.

Äthiopische Muslime nützten den Gipfel für Proteste gegen eine aus ihrer Sicht zu liberale Gesetzgebung im Land und Eingriffe in die innerreligiöse Rechtsprechung. Sprecher der Muslime gaben die Zahl der Verletzten bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen am Freitag mit über 200 an. Regierungssprecher Shimeles Kemal bestätigte diese Angaben am Samstag nicht, sagte aber, dass 72 Demonstranten festgenommen worden seien.

Werbung in eigener Sache

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken