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20.07.2012

Spardiktat in Baden-Württemberg

Bildungsrauschen

Auch die grün-rote Landesregierung in Baden-Württemberg unterwirft sich dem Diktat der Schuldenbremse. Laut www.spiegel.de will der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann »rund 11 600 Lehrer weniger beschäftigen« (bit.ly/MfdTAv). Die Stimmung im Netz bewegt sich zwischen Unverständnis, Galgenhumor und Entdramatisierung.

energieinfo weiß nicht, »was diese Politiker umtreibt: Der Lehrerberuf ist in den letzten 2 oder 3 Jahrzehnten auch komplexer geworden. Kleinere Klassen können eine bessere Bildung befördern - die Bandbreite derer, die in den Klassen sitzen, ist nun einmal inzwischen größer geworden. Da hilft es schon, wenn man mehr Zeit pro Schüler hat. Aber Politik scheint heute auszuzeichnen, an den Realitäten vorbei zu handeln. Zusätzlich verschlechtert sich durch die Trägheit des Entscheidungssystems die Situation (zu wenige Lehrer mit entsprechend guter Ausbildung) - spätestens dann, wenn man die Notwendigkeit kleinerer Klassen erkennt oder wieder mehr Schüler unterrichtet werden müssen.« mischpot fragt: »Wurde denn in BAWÜ so an der Realität vorbei Bildungspersonal ausgebildet, dass jetzt 11 600 Stellen gestrichen werden müssen? Die hätten lieber mal mit mehr Augenmaß bei Stuttgart 21 und der ENBW agieren sollen, jetzt bezahlen die Kinder die Rechnung.«

silverTi freut sich: »Oh super! Dann weiß ich ja jetzt, wo die Lehrer herkommen, die hier in Sachsen zukünftig eingestellt werden sollen. BaWü schickt sie weg, in Sachsen dürfen sie für das selbe Geld wie bisher und am besten noch verbeamtet weitermachen. Unabhängig davon, wieviel ein sächsischer Lehrer verdient (der nicht verbeamtet werden darf). Klasse Umverteilung!« ganker2 antwortet: »Ich vermute mal, dass der Stellenabbau in BW ›sozialverträglich‹ gestaltet werden dürfte. Das heißt, dass einfach keine jungen Lehrer mehr in BW eingestellt werden. Diese werden aber nach meinen Erfahrungen niemals in die Neuen Länder gehen, auch mit einer neuen ›Buschzulage‹ nicht. Dazu reicht die Flexibilität viele Schwaben leider nicht aus. Schade!« kuschl reagiert: »Hat die Regierungsrealität eben auch Herrn Kretschmann eingeholt. Es gibt schon Unterschiede zwischen grünen Idealvorstellungen und solider Haushaltspolitik. By the way: Wie steht es eigentlich um den Bahnhof, lange nichts gehört.«

alpha0711 weist auf die »Schweiz, wo akuter Lehrermangel herrscht. Das ist auch nicht so weit weg von BW. Aber bei vielen scheitert es an der Flexibilität , was ich bei jungen Leuten (z.B. direkt nach dem Studium) wirklich nicht verstehe. Und so schlecht wird in der Schweiz nicht bezahlt.« Und Olaf fragt: »Warum lügen Politiker? Antwort: Weil es funktioniert!« Lena Tietgen

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