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Von Andreas Knudsen, Kopenhagen
23.07.2012

Schwitzende Grönländer und schmelzendes Eis

Rieseneisberg löst sich vom Petermann-Gletscher / Neue Wärmerekorde auf größter Insel

Einer der größten Gletscher Grönlands, der Petermann-Gletscher im äußersten Nordwesten der Insel, verliert bereits zum zweiten Mal in drei Jahren einen inselgroßen Brocken Eis.

Ein Eisberg mit 120 Quadratkilometern Fläche treibt durch den Kennedy-Kanal zwischen Grönland und der kanadischen Ellesmere-Insel in Richtung Süden, bevor er sich in wärmeren Gefilden in unzählige kleine Eisberge auflöst. Es ist der zweite große Abbruch der jüngsten Zeit, nachdem bereits 2010 ein Eisberg von 260 Quadratkilometern Fläche abbrach. Der jüngste Eisverlust bringt den Gletscher zu dem Punkt zurück, an dem er sich zuletzt vor 150 Jahren befand. Es ist ein Glück für die Ölgesellschaften, dass sie in diesem Jahr keine Probebohrungen in diesem Gebiet vornehmen. Zwar erklärten diese immer, sie könnten Eisberge von den Bohrinseln wegbugsieren, doch bei einer Platte mit der doppelten Fläche Manhattans hat das noch niemand versucht.

Der jüngste Abbruch ist nur sichtbarer Ausdruck für die beschleunigte Gletscherschmelze auf Grönland. Die Jahresdurchschnittstemperatur des nördlichen Grönland ist in den vergangenen 25 Jahren um 0,11 Grad gestiegen. Am 13. Juli dieses Jahres verzeichnete die Forschungsstation Nord einen Wärmerekord von 15 Grad Celsius. Und das nur 1000 Kilometer vom Nordpol entfernt. Die Hauptstadt Nuuk erlebte eine regelrechte Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 23 Grad.

Noch bedenklicher für den Gesamtzustand des Eises ist, dass selbst auf Grönlands höchstem Punkt in 3200 Metern Höhe die Temperatur 2,2 Grad über dem Schmelzpunkt liegt. Das Schmelzwasser führte im Watson-Fluss nahe des wichtigen Flughafens Kangerlussuaq zu einer mehrere Meter hohen Flutwelle, die eine wichtige Brücke zerstörte.

Die Einzelphänomene in Grönland können nur teilweise mit der Umkehrung der Nordatlantischen Oszillation (NAO) erklärt werden. Normalerweise sorgt sie für sonniges Sommerwetter in Europa und kühlen, regnerischen Sommer in Grönland. Die schmelzende Eisdecke der Arktis - in diesem Sommer ist sie die zweitkleinste seit Beginn der Messungen - verändert den Wärmehaushalt des Polarmeeres. Die im Vergleich zum Eis dunkle Wasserfläche nimmt deutlich mehr Wärme auf. Das sorgt für Hochdruck im Norden. In der Folge werden die Luftströmungen in über 10 Kilometern Höhe mehr als 1000 Kilometer nach Süden abgelenkt. Das Ergebnis ist das derzeitige europäische »Sommer«-Wetter und eine Wärmeperiode in Grönland und Island. Der Inselstaat erlebte im Juli die größten Flächenbrände seit Menschengedenken.

Doch das schneller schmelzende Inlandeis sorgt auch für andere Veränderungen auf Grönland: Die Entlastung vom Eis lässt den Untergrund mit ein bis drei Zentimeter pro Jahr aufsteigen. Im Süden, wo die meisten Menschen leben und die Hebung am stärksten ist, werden damit innerhalb weniger Jahre Änderungen an Brücken und Häfen erforderlich.

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