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Von Klaus Joachim Herrmann über die Gedenklesung am 25. Juli
24.07.2012

Meine Sicht

Klaus Joachim Herrmann über die Gedenklesung am 25. Juli

Der »große Terror« war das große Morden des Josef Stalin und seiner vielen Vollstrecker in der Sowjetunion der Jahre 1937 und 1938. Nicht, dass es davor oder danach im Kernland des Kommunismus ohne Willkür, Gulags, Folter und Tod abging. Aber diese Jahre waren wohl am grauenhaftesten. Sie stehen für das Verbrechen der geistigen und körperlichen Enthauptung des eigenen Volkes und einer als edel gepriesenen Idee.

Gerade auf der Suche nach deren Verwirklichung und einer besseren Welt waren zahlreiche Deutsche nach Sowjetrussland gekommen. Sie wollten das Neue sehen, daran mitwirken. Hier suchten sie auch Geborgenheit angesichts des aufkommenden Naziterrors in Deutschland. Tausende trafen stattdessen wiederum auf Denunzianten, Mord und Totschlag - jetzt verübt von den »eigenen Leuten«.

Dem unfassbaren Verbrechen folgte ein großes Schweigen. Es gab über so viele Jahrzehnte ja ach so viele vernünftige Gründe - und sei es jener letzte verzweifelte, dem »Gegner keine Munition« liefern zu wollen. In den 90ern veröffentlichte diese Zeitung vom NKWD-Mordplatz Butowo bei Moskau seitenweise Totenlisten. Doch so etwas vorzutragen ist mehr. Dazu muss ein Mensch die Stimme erheben, was etwas Befreiendes hat. Vor 75 Jahren erging der Mordbefehl. Mittwoch werden erstmals öffentlich in Berlin die Namen von Opfern verlesen. Es ist an der Zeit.

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