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27.07.2012
Beirut/Washington

Armee und Rebellen kämpfen weiter um Aleppo

Auseinandersetzungen auch in Damaskus / Zwei weitere syrische Diplomaten übergelaufen

Im Kampf um die nordsyrische Millionenstadt Aleppo bereiten sich Rebellen und Regierungstruppen auf entscheidende Gefechte vor. Die ersten massiven Angriffe der Armee konnten die Aufständischen nach eigenen Angaben zurückschlagen.

Beirut/Washington (AFP/nd). Syrische Rebellen und das Militär des Landes haben auch am Donnerstag weiter um die nordwestliche Wirtschaftsmetropole Aleppo gekämpft. Nach Angaben der in London ansässigen »Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte« waren vor allem die Stadtviertel Mohafasa, Maschhad und Salaheddin betroffen.

In der Hauptstadt Damaskus gab es nach Berichten von Augenzeugen Kämpfe im palästinensischen Flüchtlingslager Jarmuk im Süden der Stadt. Dabei seien Panzerabwehrraketen und Maschinengewehre zum Einsatz gekommen, sagte ein Bewohner des Lagers gegenüber AFP. Der Londoner Beobachtungsstelle zufolge wurden im Stadtviertel Kabun, das von der syrischen Armee kontrolliert wird, 14 Leichen entdeckt.

Bei den seit März 2011 andauernden Auseinandersetzungen wurden nach unbestätigten Oppositionsangaben bisher mehr als 19 000 Menschen getötet. Allein am Mittwoch gab es demnach landesweit 143 Tote, darunter 75 Zivilisten. In Aleppo, wohin sowohl die Rebellen als auch die Armee zuletzt Verstärkung entsandten, sollen 15 Zivilisten gestorben sein.

Die USA haben bestätigt, dass sich zwei weitere ranghohe syrische Diplomaten abgesetzt haben. Es handle sich um die Botschafter Syriens in Zypern und den Vereinigten Arabischen Emiraten, teilte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney, am Mittwoch mit. Bei Assads Vertrauten wachse die Einsicht, dass seine Tage an der Macht gezählt seien.

Der türkische Regierungschef Recep Tayyip Erdogan hat mit einem Militäreinsatz gegen Rebellen der in der Türkei verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im benachbarten Syrien gedroht. Assad habe den an die Türkei grenzenden Norden des Landes PKK-Kämpfern anvertraut, behauptete Erdogan am Mittwoch im türkischen Fernsehsender Kanal 24. Dass die Türkei das Recht habe, gegen die Rebellen vorzugehen, sei eine »Selbstverständlichkeit« und Teil der Verteidigungsstrategie des Landes.

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