Wenn Schlussstriche zur Mode werden ...braucht es linken Journalismus
Deshalb jetzt das »nd« unterstützen!
    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Ich habe bezahlt.

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login
  • Ich beteilige mich später
Von Grit Porsch, Berlin (IPS)
31.07.2012

Senegals Fischbestände in Gefahr

Regierung in Dakar versäumt, klare Regelungen gegen die Überausbeutung zu treffen

Um die Plünderung seiner Fischgründe vor der Atlantikküste einzudämmen, entschloss sich Senegal 2006, die Fanglizenzen für die hoch subventionierte Fischereiflotte der EU nicht mehr zu verlängern. Dennoch geraten die Fischbestände zunehmend in Bedrängnis.

Die Regierung in Dakar fördert die einheimische Fischerei. Sie ist für Senegal mit seiner 500 Kilometer langen Atlantikküste einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige und beschäftigt rund 600 000 Menschen - acht Mal mehr als der gesamte Staatsapparat mit seinen über 75 000 Bediensteten. Fisch und Fischereiprodukte machen mehr als 28 Prozent des Exportvolumens aus.

Die regionale Nichtregierungsorganisation Westafrikanisches Netzwerk für Fischereipolitik (REPAO) beklagt, dass der Fischereisektor unter den Folgen einer mehr als zehn Jahre alten, miserablen Fischereipolitik leide. Die Fischerei sei nicht geregelt, und jeder könne sich ungehindert der Fischbestände bedienen. Somit werde der Ausbeutung und Überfischung Tür und Tor geöffnet.

Die Regierung stellt der einheimischen Fischerei verbilligten Treibstoff zur Verfügung und subventioniert die Anschaffung der Ausrüstung, zu der auch moderne satellitengestützte Navigationssysteme gehören. Hinzu kommt, dass sich die Eigner etlicher großer Trawler aus Nicht-EU-Ländern wie Russland, Litauen, Ukraine, Marokko und Mauretanien Fanglizenzen sicherten, indem sie sich mit einheimischen Fischern zu Joint-Ventures zusammenschlossen und unbehelligt unter senegalesischer Flagge auslaufen.

Im März hatten tausende senegalesischer Fischer vor dem Fischereiministerium gegen diese Praxis protestiert. Der senegalesische Reeder- und Fischerverband (GAIPES), der Wortführer der einheimischen Fischer, sprach von einem Ausverkauf der maritimen Ressourcen und forderte das Fischereiministerium auf, die ihrer Ansicht nach illegalen Lizenzen für unter fremder Flagge segelnde Fangboote zu annullieren.

Auf die Proteste reagierte die Regierung im Frühjahr mit der Ankündigung, die Lizenzen zurückzuziehen. Die Entscheidung wurde von REPAO in einer Pressemitteilung im Mai begrüßt. Das Netzwerk fordert eine nachhaltige und partizipatorische Fischereipolitik, die die Regeneration der Fischbestände ebenso garantiert wie die Existenz der vom Fischfang abhängigen Bevölkerung.

Moustapha Thiam, der Direktor der Fischfangbehörde, macht indes die Berufsfischer des Landes für ökologische Schäden in den Küstengewässern mitverantwortlich. Nach Angaben seiner Behörde brachten sie 2010 370 448 Tonnen der gesamten Fangmenge von 409 429 Tonnen an Land. »Die meisten Boote der Berufsfischer sind älter als 30 Jahre, die Fangmethoden überholt und schädlich für den Fischbestand«, erläuterte Thiam und kündigte an, dass die Regierung im Rahmen eines von der Weltbank finanzierten Programms die Zahl der Boote um 25 Prozent verringern und die alten industriellen Fangschiffe aus dem Verkehr ziehen werde.

Allerdings dürften die Maßnahmen nicht so weit gehen, dass sie in einer sozialen Katastrophe mündeten, warnte Djibril Diawara, der die Einsätze des Amts für die Überwachung und den Schutz der Fischerei leitet. Als Vertreter einer lokalen Organisation von Berufsfischern ist auch Gaoussou Guèye dafür, die Zahl der Berufsfischer zu reduzieren. »Die Fischerei muss geregelt werden, denn schließlich kann nicht jeder Fischer oder Fischhändler sein«, erklärte er. »Die Regierung muss diese Pläne umsetzen, denn sie ist dafür verantwortlich, dass die Ressourcen künftigen Generationen erhalten bleiben.«

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken