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Von Michael Rossmann, dpa
01.08.2012

König der Vielseitigkeitsreiter

Michael Jung ist seit gestern Doppel-Olympiasieger

Michael Jung ist auf dem Gipfel angekommen. Der Vielseitigkeitsreiter wurde in London Doppelolympiasieger. Sandra Auffarth holte wenige Stunden nach dem Teamgold auch noch Einzelbronze.

Michael Jung hatte schon die Gratulation seines Vaters Joachim zu Silber entgegen genommen, als das Pech seiner Konkurrentin Sara Algotsson-Ostholt ihn doch noch zum Doppelolympiasieger machte. Am letzten Hindernis riss die vor dem finalen Sprungdurchgang führende Schwedin mit ihrem Pferd Wega eine Stange - aus Silber war für Jung und Sam wenige Stunden nach dem Triumph mit der Equipe Einzelgold geworden.

An seinem 30. Geburtstag krönte sich das Ausnahmetalent aus Horb vor den Augen der britischen Königsfamilie damit zum König der Vielseitigkeitsreiterei. Als erster in der Geschichte ist er nun gleichzeitig Weltmeister, Europameister und Olympiasieger.

Jung wiederholte zudem das Kunststück von Hinrich Romeike aus Nübbeln mit Marius, der vor vier Jahren in Hongkong ebenfalls Doppelgold holte. Das Glück der deutschen Reiter machte am Dienstag im Greenwich Park Sandra Auffarth aus Ganderkesee mit Opgun Louvo mit der Bronzemedaille perfekt. Die 25-Jährige schaffte wie Jung im Springen zwei Nullrunden.

Zuvor hatten Jung und sie gemeinsam mit Ingrid Klimke (Münster) auf Abraxxas, Dirk Schrade (Sprockhövel) auf King Artus und Peter Thomsen (Lindewitt) auf Barny auch den Mannschaftscoup von 2008 wiederholt. Es war die erste deutsche Goldmedaille der Spiele in London.

Souverän und überlegen hatten die schwarz-rot-goldenen Reiter die Konkurrenz hinter sich gelassen und auch im abschließenden Springen die Nerven behalten. Die Gastgeber durften sich mit Silber trösten, Bronze ging an die Neuseeländer.

Außer Jung und Auffarth blieb auch Schrade mit King Artus ohne Abwürfe. Bei Peter Thomsen (Lindewitt) mit Barny waren zwei Stangen gefallen. »Diese drei Nullfehlerritte waren super für uns«, sagte Bundestrainer Hans Melzer. »Das ist supergut. Das ist schön mit ganz vielen ööös«, rief Schrade. »Das ist ein wunderbares Team. Das spürt man«, erklärte Chef de Mission Michael Vesper.

Melzer hatte Jung vor dessen Ritt nicht gesagt, dass er schon die Goldmedaille sichern könnte. Deshalb wusste der Ausnahmereiter aus Horb zunächst auch nicht, was seine Glanzvorstellung bedeutete. »Ich musste erst noch einmal nachfragen«, verriet er. »Das ist fantastisch. Die Anspannung war schon groß.«

Die große Stärke der deutschen Vielseitigkeitsreiter ist der Zusammenhalt. Wie stark der ist, bewies nach dem Teamgold Ingrid Klimke. Nach ihrem verpatzten Ritt im Springparcours verzichtete sie zugunsten von Schrade auf ihren Startplatz im Einzelwettbewerb. »Dirk hat noch ein reelle Chance auf eine weitere Nullrunde«, sagte die 44-Jährige, die schon 2008 dabei war. Doch die Regeln verhinderten Schrades Start. Klimke hatte noch nach Dressur und Geländeprüfung geführt und lag auch vor der abschließenden Springrunde als Achte aussichtsreich im Rennen.

Zu den Besonderheiten des deutschen Teams gehört sicherlich die allgemeine Lockerheit. Nach jedem Wettkampftag trafen sich die Reiter und ihre mitgereisten Angehörigen in einem Pub um die Ecke zu einem kleinen Umtrunk. Später am Abend gab es im olympischen Dorf noch ein letztes Bier. »Der Teamchef hat irgendwo im Keller etwas versteckt und stellt dann ein Sixpack auf den Tisch«, verriet Ingrid Klimke. »Mehr als eins für jeden gibt es aber nicht.«

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