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Von Jérôme Lombard und Ralf Hutter
03.08.2012

Alt-Besetzer in Sorge um die Enkel

Verbände diskutieren Übernahme der Seniorenfreizeitstätte Stille Straße in Pankow / Aufruf zum Miteinander

Der Konflikt um die von Schließung bedrohte Seniorenfreizeitstätte in Pankow erhält neue Impulse. Die Berliner Volkssolidarität hat Interesse an der landeseigenen Immobilie bekundet. Wie die Vorsitzende und ehemalige Sozialsenatorin Heidi Knake-Werner (LINKE) mitteilte, wird der Weiterbetrieb des Hauses in freier Trägerschaft ernsthaft geprüft. »Wir sind grundsätzlich dazu bereit, uns für die Stille Straße 10 zu engagieren. Sollte es zu einem Interessensbekundungsverfahren kommen, können wir uns vorstellen, uns daran zu beteiligen. Wir würden aber auch Forderungen an den Bezirk stellen«, erklärt die 69-Jährige. So müsse dieser gesicherte Angaben über die tatsächliche Höhe der Sanierungskosten machen. Bislang schätzt er die auf rund 2,5 Millionen Euro. »Der Bezirk darf sich seiner sozialen Verantwortung nicht einfach entledigen«, sagte Knake-Werner.

Die Senioren begrüßten den Vorstoß der Volkssolidarität und des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, der ebenfalls Interesse bekundete. »Wir freuen uns, dass nun endlich ernsthaft nach akzeptablen Lösungen gesucht wird«, sagt Brigitte Klotsche, eine der insgesamt 20 Besetzer des Clubhauses. Abzuwarten ist, ob die Bezirksverordnetenversammlung am 29. August die Übertragung der Immobilie an den Liegenschaftsfonds in ein Interessenbekundungsverfahren umwandelt. Bezirksstadträtin Lioba Zürn-Kasztantowicz (SPD) wies darauf hin, dass der Bezirk mit einer Freien Trägerschaft einverstanden wäre, sofern keine weiteren Kosten für die Bezirkskasse mehr anfallen. »Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass ein Träger die Freizeitstätte im gegenwärtigen Zustand übernehmen möchte«, sagt die Bezirkspolitikerin.

Die Arbeiterwohlfahrt hält sich tatsächlich zurück. »Da sind erhebliche Investitionen nötig«, sagte Angelika Rix, Geschäftsführerin des zuständigen Kreisverbands Mitte. »Bei einem Trägerwechsel wird ein zweiter Fluchtweg nötig, wahrscheinlich eine Außentreppe zum Obergeschoss.« Das könnte die Arbeiterwohlfahrt nicht finanzieren. Der Humanistische Verband sympathisiert mit der Einrichtung, wartet aber mit konkreten Stellungnahmen bis zur eventuellen Ausschreibung des Interessenbekundungsverfahrens, wie ein Pressesprecher sagte.

Mit einem »Aufruf zum Miteinander« haben die Besetzer unterdessen zu einem Treffen im Pankower Jugendklub Kurt Lade am 19. August geladen. Dort soll sich generationsübergreifend darüber ausgetauscht werden, wie soziale und kulturelle Bedürfnisse heute gesellschaftlich befriedigt werden können. »Wir haben keine Angst mehr um unsere Zukunft«, schreiben die Seniorinnen und Senioren. »Aber wir haben Angst um die Zukunft unserer Kinder, unserer Enkel und unserer Urenkel.«

»Der Aufruf soll zeigen, dass wir nicht nur für unser Partikularinteresse kämpfen«, erklärt Besetzerin Klotsche . »Der Erhalt von Kultur- und Sozialeinrichtungen ist auch für folgende Generationen zentral. Wir wollen die Politiker zum Umdenken bewegen«.

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