Tom Strohschneider 03.08.2012 / Inland

»Aber Bernd, da hab ich eine Nachfrage«

Die LINKE-Vorsitzende Kipping kommt vergeblich mit Marx - der Piraten-Chef will lieber ein Liberaler sein. Kleine (Medien-)Nachlese zum rot-orangen Gipfel im Berliner Pfefferwerk

Wenn die Vorsitzenden von, sagen wir: CDU und SPD zu einer öffentlichen Diskussion angetreten wären, würde wahrscheinlich von einem Parteiengipfel die Rede sein. Oder von einem Spitzenduell. Wenn sich allerdings Katja Kipping und Bernd Schlömer zum Talk auf eine Bühne setzen, dann ist das Teil einer »Beschnupperungsoffensive«.

Jedenfalls für Zeit online, die vom Treffen der Vorsitzenden von Linkspartei und Piraten überliefert, dass Schlömer und Kipping »nicht gerade« wie »hitzige Ideologen oder Staatsumstürzler« aufgetreten seien. Hatte da jemand anderes erwartet? Eine gewisse Überraschung muss auch den Korrespondenten der Nachrichtenagentur Reuters ergriffen haben. »Wer nun dachte, der von der Konkurrenz aufgedrückte Stempel eines Polit-Parias würde LINKE und Piraten einen«, wird da berichtet, »sah sich am Donnerstagabend eines Besseren belehrt.« Worin dieses Bessere unter anderem bestanden hat: Bei der Diskussion im Berliner Pfefferwerk wurden nicht bloß Freundlichkeiten ausgetauscht, sondern es ging durchaus zur Sache. Kipping, erfährt man da zu Beispiel, »versuchte die internet-affinen Piraten mit dem sozialistischen Chefideologen Karl Marx zu ködern« - was insofern stimmt, als dass die LINKE-Politikerin erklärte, dass der große Mann aus Trier heute »begeistert« wäre »von den Möglichkeiten, die die Computerisierung und Digitalisierung bieten«. Marx, den großen Ideologiekritiker, deshalb zum Chefideologen zu erklären, ist wiederum eine andere Geschichte.

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