Elfi Schramm
07.08.2012

Rezension: Warmes zum Morgen

Im Kloster ist alles anders, auch das Essen. Hier hat alles seine Zeit. Das hat Christiane Holler fasziniert, weil es im Gegensatz zu unserem hektischen Leben steht, in dem wir »nebenher essen«. Sie möchte mit Rezepten und stimmungsvollen Fotos dazu anregen, vieles und vor allem das Essen wieder bewusster wahrzunehmen, »nicht weiter billiger zu produzieren, sondern wertvolle Güter zu schaffen, nicht Zeit zu sparen, sondern zu genießen.«

Von ihrem Besuch in zahlreichen Klöstern hat sie 220 erprobte Rezepte für dieses Buch zusammengestellt. Teilweise erfährt man auch, aus welchem Kloster die Speisen stammen. Manche Köchin kocht nach Gefühl, dann gibt es keine genauen Mengenangaben. Eines haben alle Klosterküchen gemeinsam: den respektvollen Umgang mit Nahrungsmitteln, das Kochen mit den Jahreszeiten und das Verwenden einheimischer Produkte. Nichts wird leichtfertig weggeworfen. Reste können zu anderen Speisen weiterverarbeitet werden. Ein leckeres Beispiel dafür ist der Semmelschmarren.

Die Autorin meint, dass man ab und zu ein gekochtes Frühstück einnehmen sollte, weil es »sättigt, viel Energie gibt, die Müdigkeit vertreibt und leichter verdaulich ist«. Klosterküchen bieten dazu ein Hafermus mit Obst und Nüssen an. Praktisch ist, dass man es abends vorbereiten kann und morgens nur erwärmen muss. Andere Brei- oder Müsligerichte variieren in den Zutaten. Die Vielfalt der Mittagsgerichte ist groß. Es gibt die Alltagsgerichte und Fastenspeisen, aber auch Festtagsmahlzeiten. Zeit, Aufwand und Kosten spielen eine große Rolle. Am Abend wird auf besonders leichte und gut verdauliche Kost geachtet und gegessen, was vom Tage übrig ist. Beispielsweise Gemüse in Form einer Suppe - das ist gesund, bekömmlich und wärmend. Ein schöner Tagesausklang.

Christiane Holler: Geheimnisse der Klosterküchen, ALLPART MEDIA Berlin, 173 S. geb., 19,95 €.

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