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08.08.2012

Matthias Steiner stürzt mit 196 Kilo im Arm

Der Olympiasieger von 2008 verletzt sich, als er im zweiten Versuch beim Reißen die Hantel nicht richtig fixieren kann

Krankenhaus statt Siegerpodest: Der dramatische Olympia-Auftritt von Matthias Steiner in London endete bitter. Nachdem ihm beim zweiten Versuch im Reißen die 196 Kilogramm schwere Hantel auf den Nacken gestürzt war, blieb der 29 Jahre alte Heidelberger am Dienstagabend sekundenlang auf dem Boden liegen. Danach humpelte der Peking-Olympiasieger geschockt von der Bühne und brach den Wettkampf ab.

Zur Sicherheit wurde er in eine Klinik gebracht und dort geröntgt. »Er kann gehen und sprechen. Das ist die Hauptsache, alles andere ist unwichtig«, berichtete Steiners Ehefrau Inge. Es seien keine ernsthaften Wirbelschäden aufgetreten.

»Im ersten Augenblick habe ich gedacht: Oh, Gott. Das sah so gefährlich aus, so etwas habe ich noch nie gesehen«, sagte Bundestrainer Frank Mantek. »Er sagte mir sofort: Ich kann meine Beine spüren.« Die verpasste Medaille war nur noch Nebensache. Der 150-Kilo-Hüne wollte kein gesundheitliches Risiko eingehen.

Sein dritter olympischer Auftritt nach 2004 und 2008 dauerte nur zwei Versuche. In der Pause vor dem Stoßen versuchte es Steiner im Aufwärmraum noch einmal. »Er hat 70 Kilo in die Hand genommen, aber die konnte er nicht wegheben. Dann habe ich ihm empfohlen: Mach Schluss«, berichtete Mantek. Steiners Unfall sei ein technischer Fehler vorausgegangen, er sei in Rücklage geraten, meinte Mantek.

So hatte sich der für den Chemnitzer AC startende Steiner sein London-Abenteuer nicht vorgestellt. Ernüchtert musste er im Krankenhaus erfahren, wie sich der iranische Doppelweltmeister Behdad Salimikordasiabi mit 455 Kilogramm (Reißen 208/Stoßen 247) die Goldmedaille sicherte.

Die war für Steiner ohnehin kein Thema, mit Bronze hatte er aber geliebäugelt. Sein Mannschaftskollege Almir Velagic wurde mit der persönlichen Bestleistung von 426 Kilogramm (192/234) wie 2008 Achter.

Steiner, in dessen Heimatort Obersulz in Niederösterreich eigens ein Public Viewing auf dem Sportplatz der Gemeinde organisiert worden war, hatte am Ende noch Glück, dass nicht Schlimmeres passierte. Als Steiner stürzte, rollte die Hantel über seinen Kopf. Den Zuschauern stockte der Atem. Auf der Bühne der Südarena 3 im Messekomplex an der Themse waren alle Träume geplatzt. dpa

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