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Von Robert Luchs, Mainz
09.08.2012

Schulbücher aus der Ausleihe

Bewährtes Mainzer System wird ausgeweitet

Seit dem Schuljahr 2010/2011 wird in Rheinland-Pfalz schrittweise ein Schulbuchausleihsystem eingeführt. Das Ganze läuft bislang recht gut.

In der Gutenberg-Stadt Mainz steht man mit Büchern auf Du und Du. Schließlich hatte der berühmteste Sohn der Stadt am Rhein die beweglichen Lettern als Voraussetzung für den Buchdruck erfunden. Geht es um Bücher, so sind die Mainzer erfindungsreich geblieben, was heute vor allem den Schülern zugute kommt.

Seit 2010 bedienen sich die Schulen nicht nur in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt eines inzwischen sehr erfolgreichen Ausleihverfahrens. Die Schüler melden sich über ein Bestellsystem an und zahlen eine Leihgebühr. Das Land kauft die Bücher bei den Verlagen und stellt sie den Kommunen zur Verfügung. Das Ausleihen ist nicht billig, aber immer noch günstiger, als wenn die Schulbücher neu erworben werden müssten. Die Schulträger erhalten vom Land pauschal pro Schüler neun Euro beim ersten Ausleihen, 7,50 Euro sind es in den nächsten Jahren.

Im ersten Schuljahr entstand in Mainz ein Fehlbetrag von ca. 180 000 Euro, wobei noch nicht sicher Ist, wer diesen Betrag ausgleicht. Der Landesrechnungshof soll nun die Höhe der Pauschale überprüfen. Die Schulbuchausleihe wird inzwischen im dritten Jahr praktiziert. 2010 machten die Schüler der Sekundarstufe 1, Klasse fünf bis Klasse zehn, den Anfang. In Mainz beteiligten sich damals 5600 Schüler. Im zweiten Jahr kamen die Schüler der Oberstufen hinzu; es wurden 6800 Buchpakete ausge- liefert. Im nun beginnenden Schuljahr wird die Buchaktion ausgeweitet - auch Grundschüler können ihre Schulbücher ausleihen. Das Land hat im Doppelhaushalt für die nächsten beiden Schuljahre insgesamt 40 Millionen Euro veranschlagt.

Ein Bücherservice in Darmstadt, mit dem die Auslieferung vereinbart wurde, ist auch für die Überprüfung nach der Rücknahme der Bücher zuständig. Die meisten Bücher sind noch in einem guten Zustand, obwohl sie bereits zweimal ausgeliehen worden sind. Ist ein Buch arg zerfleddert, müssen es die Eltern ersetzen. Doch alles in allem wird den Schülern ein gutes Zeugnis ausgestellt: Sie gehen, so heißt es, recht sorgfältig mit den Schulbüchern um. Nur wenige müssen aussortiert werden.

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