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Von Anna Bezrogova
10.08.2012

Schule - früher oder später

Berlin hat die jüngsten Erstklässler - Rückstellungsquote bei 9,5 Prozent

Flora wird im Oktober fünf Jahre alt, im August 2013 müsste sie in die erste Klasse kommen. Doch ihre Eltern wollen einen Rückstellungsantrag stellen, damit das Mädchen noch ein Jahr in der Kita bleibt. »Mit fünf Jahren in die Schule zu kommen, ist einfach zu früh«, sagt die Mutter Doris Fuss. »Unserer Meinung nach geht bei der Früheinschulung ein ganzes Jahr Kindheit verloren.«

Alle Kinder, die im laufenden Kalenderjahr sechs Jahre alt werden, ob im Januar oder Dezember, sind seit dem Schuljahr 2005/06 schulpflichtig. Das Schuleintrittsalter konnte von 6,7 auf 6,2 Jahre gesenkt werden. Berlin hat damit die jüngsten Erstklässler der Bundesrepublik. Doch manche Eltern, wie die Familie Fuss, stellen Anträge auf Zurückstellung.

Beate Stoffers, Sprecherin der Senatsverwaltung für Bildung, kann jedoch keinen signifikanten Anstieg der Rückstellungszahlen verzeichnen. Zwischen 2004 und 2010 waren Rückstellungen nur eingeschränkt möglich. »Die Zahlen steigen derzeit, weil sich die Rückstellungsmöglichkeit erst wieder herumsprechen muss«, sagt sie. Die Rückstellungsquoten lägen zur Zeit bei 9,5 Prozent, vor 15 bis 20 Jahren pendelten sie zwischen zehn und knapp 14 Prozent.

Eine Neuerung, die den jungen Schülern erleichtern soll, sich im Schulalltag zurecht zu finden, ist die flexible Schulanfangsphase. Dabei bilden die ersten zwei Jahre eine pädagogische Einheit. Drei Jahre kann man in dieser Phase bleiben, je nach individuellem Lernfortschritt. Fünf Prozent kämen nach einem Jahr in die dritte Klasse, zwölf Prozent jedoch erst nach drei Jahren, sagt Dr. Hans Merkens, Universitätsprofessor für Empirische Erziehungswissenschaft an der Freien Universität Berlin. Dabei bestünden keine Unterschiede hinsichtlich des sozialen Umfelds der Kinder. Auch in einkommensstarken Milieus gebe es Eltern, die ihr Kind länger in der Anfangsphase lassen.

Merkens sieht den Kern des Problems in der mangelnden Personalweiterbildung. Heute gebe es neue Anforderungen, z. B. die immer stärker benötigte Sprachförderung. Viele Kitaerzieherinnen seien überfordert. Auch Schulen hätten im Bereich der Personalentwicklung Probleme. »Aber Schulen sind auf die Anforderungen trotzdem besser vorbereitet als Kindergärten«, so Merkens.

Ergebnisse zu den Auswirkungen der Früheinschulung könnten bereits vorliegen, da der erste Jahrgang letztes Jahr an weiterführende Schulen gewechselt ist. Jedoch gab und gibt es keine Evaluierung der Einschulungsreform.

Berlin ist das einzige Land, das an der Früheinschulung festhält. Bayern und Nordrhein-Westfalen, die ähnliche Reformen planten, haben das Vorhaben bereits verworfen. In Finnland, dem weltweiten PISA-Spitzenreiter, werden Kinder nach dem vollendeten siebten Lebensjahr eingeschult. Mit der Früheinschulung hängt die Bildungsqualität also nicht unbedingt zusammen.

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