14.08.2012

Über 300 Tote nach Doppelbeben in Iran

Kritik an ungenügender medizinischer Versorgung in der Region

Das Doppelbeben am Wochenende in Iran war tödlicher als gedacht. Helfer kritisieren die schlechte medizinische Ausstattung in der Katastrophenregion: Viele Opfer überlebten den weiten Weg ins Krankenhaus nicht.

Die Auswirkungen der beiden schweren Erdbeben im Nordwesten Irans sind schlimmer als zunächst befürchtet. Mindestens 306 Menschen starben, mehr als 3000 wurden verletzt, wie Gesundheitsministerin Marsieh Wahid-Dastdscherdi am Montag in Teheran mitteilte. Viele der Opfer seien in Krankenhäusern oder auf dem Weg dorthin gestorben. 160 000 Menschen sind obdachlos. Zunächst war von 227 Toten und 1400 Verletzten die Rede gewesen.

Innerhalb von elf Minuten hatten die beiden Beben am Sonnabend in der Provinz Aserbaidschan die Städte Ahar und Varzeghan sowie mehr als 100 umliegende Dörfer erschüttert. US-Geologen gaben die Stärke der Erdstöße mit 6,3 und 6,4 an. Laut dem iranischen Roten Halbmond wurden 230 Dörfer »zu 70 bis 100 Prozent« zerstört.

Die Rettungsarbeiten seien abgeschlossen, so die Ministerin. Es seien keine weiteren Leichen unter den Trümmern zu bergen. Die Versorgung der Opfer war schwierig, weil es in der Gegend keine Krankenhäuser gibt. Die langen Wege ins nächste Hospital überlebten viele Verletzte nicht. Helfer kritisierten die ungenügende medizinische Versorgung der Region.

In den Katastrophengebieten wächst indes die Angst vor Seuchen. Angesichts fehlender sanitärer Einrichtungen für die obdachlos gewordenen Überlebenden und der vielen Tierkadaver warnte der Chef der Rettungsdienste, Gholamresa Masumi, am Montag vor einem möglichen Ausbruch ansteckender Krankheiten. Die Regierung versprach nach dem Verzicht auf ausländische Hilfe den Opfern finanzielle Hilfe. dpa/AFP

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