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Von Irmtraud Gutschke
16.08.2012

Winner und Loser

David Lubar: »Plötzlich Zombie. So ein Mist!«

Zuerst die gute Nachricht: Das Buch liest sich spannend und leicht. Wie gemacht für Jungs von zehn bis zwölf, die unter Konkurrenzdruck in der Schule leiden, wie es ihn nicht nur in den USA gibt. Da ist die Beliebtheit in der Klasse sogar noch wichtiger als gute Noten. Es ist ein Kampf um Zugehörigkeit, wie später im Erwachsenenleben auch. Wobei es nicht mal allein von dir abhängt, ob du zu den »Coolen« gehörst, zu denen, die das Sagen haben, oder zu den »Losern«, die froh sind, wenn sie von den »Winnern« nicht behelligt werden.

Nathan aus dem Buch von David Lubar würde liebend gern zur Halloween-Party der schönen Shawna eingeladen werden, aber die verspottet ihn nur. Im Sportunterricht ist er immer der letzte, den die »Kapitäne« in ihre Mannschaften wählen. Und als er beim Videospiel »Invasion der Zombies« sogar noch einen »Rekord für den schnellsten Verlierer« aufstellt, braucht es wirklich einen fantastischen Ausweg, sonst würde das Buch nur noch so traurig wie manchmal das Leben sein.

Die Abenteuer beginnen, als die stille Abigail zu Nathan sagt, ihr Onkel könne ihm helfen. Denn der arbeitet an einer Arznei gegen Schmerzempfindlichkeit - die natürlich ihre Wirkungen und Nebenwirkungen hat, wie man sich denken kann. Was Nathan sich wünschte, scheint einzutreten: Beim Sportfest schafft er spielend 239 Klimmzüge, beim Videospiel kommt er bis zum Level »unschlagbar«, und Shawna lädt ihn zur Party ein. Doch seltsam: Man kann ihm eine Gabel durch die Nase stechen, ohne dass es wehtut. Er braucht nichts zu essen. Und plötzlich bricht ihm ein Finger ab. Atmet er überhaupt noch?

»Plötzlich Zombie« - so ganz stimmt das allerdings nicht. Denn ein gefühlskalter Untoter ist Nathan keineswegs. Nur gut, dass er seinen Freund Mookie zur Seite hat und dass Abigail viel, viel klüger ist, als sie scheint. Ganz leichthin schafft es David Lubar, über das zu reden, was im Leben wirklich von Bedeutung ist. Da ist es eigentlich keine schlechte Nachricht, dass es mit dem Kauf von Band 1 womöglich nicht getan ist. Wenn Nathan Lesebegeisterung weckt, was will man mehr?

David Lubar: Plötzlich Zombie. So ein Mist! Band 1. Aus dem Amerikanischen von Bernhard Schneider. Ill. v. Kerstin Schoene. Baumhaus. 153 S., geb., 9,99 €.

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