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Nissrine Messaoudi
05.09.2012

Kaum Wohnungen für Bedürftige

Diakonie fordert den Senat auf, Arbeitslosen höhere Mieten zu bewilligen

Bezahlbarer Wohnraum wird in der Hauptstadt zunehmend knapper. Besonders betroffen sind Hartz-IV-Empfänger, wie Wohlfahrtsverbände wissen. Das Diakonische Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (DWBO) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sprachen gestern vor dem Jobcenter Tempelhof-Schöneberg von einer verschärften Situation. »Probleme mit der Unterkunft haben deutlich zugenommen«, sagte Frank Steger, Koordinator der Aktion »Irren ist amtlich - Beratung kann helfen«. Seit Anfang Juli steht der Beratungsbus vor wechselnden Jobcentern. Zum ersten Mal wird das Angebot auf zwölf Wochen ausgeweitet, da die Zahl der Ratsuchenden steigt. In den ersten sechs Wochen der Tour haben bereits rund 1200 Menschen das Hilfsangebot angenommen. Das sind im Schnitt 48 Beratungen am Tag. Vor zwei Jahren waren es insgesamt 770.

»Ich denke die Nachfrage hat zugenommen, weil sich die Situation in vielerlei Hinsicht verschlechtert hat«, so Steger. Zugenommen haben vor allem Fragen zu Mietkosten. Jede dritte Frage bezieht sich inzwischen auf die Wohnsituation. »In Prenzlauer Berg und in Friedrichshain-Kreuzberg war es sogar jede zweite Frage«, so Steger. Die vom Senat bewilligte leichte Erhöhung der Wohnkostenübernahme für Hartz-IV-Empfänger sei viel zu niedrig, kritisierte Susanne Kahl-Passoth, Direktorin des Diakonischen Werks. »Es ist nicht gelungen die Mietsituation für Bedürftige zu entschärfen. Angesichts einer Kostensteigerung auf dem Wohnungsmarkt seit 2005 um 20 Prozent sowie sogar um 50 Prozent bei den Mietnebenkosten entspreche diese Erhöhung nicht der Realität auf dem Wohnungsmarkt. »Wir fordern den Senat daher auf, die Mietobergrenze nach oben zu korrigieren«, so Kahl-Passoth. Eine Erhöhung um mindestens zehn Prozent sei nötig, um den Mietsteigerungen der letzten Jahre gerecht zu werden.

In Berlin leben derzeit knapp 581 000 Menschen ganz oder teilweise von Hartz-IV-Leistungen. Knapp ein Drittel davon sind Kinder und Jugendliche. Bei rund 100 000 Bedarfsgemeinschaften lagen nach Angaben des Senats 2011 die Mieten über den Richtwerten. 65 000 dieser Haushalte wurden von den Jobcentern aufgefordert, die Mietkosten zu senken. In mehr als 40 Prozent der Fälle zahlte das Jobcenter danach nur noch die Miete in Höhe der Richtwerte.

Viele Betroffene müssen die Differenz selber tragen und das von dem wenigen Geld, das ihnen zum Leben bleibt. »Diese Menschen müssen sich die Differenz vom Munde absparen. Sie leben damit weit unter dem Existenzminimum«, monierte Frank Steger. Die andere Möglichkeit, »wegziehen«, sei in den meisten Fällen keine Alternative, da mittlerweile billiger Wohnraum in fast jedem Bezirk rar geworden sei. »Der immer wieder kehrende Rat, die Betroffenen sollen doch nach Marzahn-Hellersdorf ziehen, ist völliger Quatsch«, weiß Markus Wahle vom Beratungsbus. Die Wohnungen in Marzahn seien auf Kleinfamilien ausgerichtet, während 50 Prozent der Hartz-IV-Empfänger alleinstehend sind. Genauso schlecht sehe es für Großfamilien aus. Denn ein Großteil der Vielzimmerwohnungen befinde sich in Charlottenburg-Wilmersdorf, in Steglitz oder Zehlendorf. Bezirke, die die Mietobergrenzen des Senats bei Weitem überschreiten.

Der Beratungsbus bietet noch bis Ende September seine Hilfe an. Morgen und am Freitag wird er vor dem Jobcenter im Treptow-Köpenick stehen.

www.beratung-kann-helfen.de

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