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13.09.2012
Brandenburg

Reichsbürger schicken Post

Potsdam (dpa/nd). Eine in Experten- und Antifakreisen durchaus geläufige, aber darüber hinaus wenig bekannte Gruppe von Rechtsextremisten beschäftigt zunehmend die Sicherheitsbehörden in Brandenburg. Sogenannte Reichsbürger vertreten die krude Vorstellung, dass die Bundesrepublik als Staat nicht existiere, erklärte die Verfassungsschutzchefin Winfriede Schreiber gestern. Die Zahl der Aktivisten in Brandenburg werde auf etwa 100 geschätzt und wachse an.

Die Reichsbürger zweifeln amtliche Bescheide an oder weisen sich mit selbst gebastelten Ausweisen des Deutschen Reiches aus Vorkriegszeiten aus. Sie behaupten, das Deutsche Reich habe nie aufgehört, zu bestehen. In Brandenburg bekamen rund 300 Schulen Post »auf besondere Anordnung der Reichsregierung und des Reichsgerichts«. Darin wurden sie zur »Vorsorge im Ernstfall« wegen angeblich anstehender Veränderungen in Deutschland aufgefordert. Ziel solcher Aktionen ist laut Verfassungsschutz eine Infragestellung des Rechtsstaates und eine Blockade staatlichen Handelns.

Um über die Bewegung aufzuklären, hat der märkische Verfassungsschutz in Oranienburg, Potsdam und Frankfurt (Oder) jetzt Infoveranstaltungen für Verwaltungen durchgeführt. Rund 220 Behördenmitarbeiter wurden geschult. Auch in Berlin sind geschichtsrevisionistische Reichsbürger aktiv.

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