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Von Andrea Kocsis
15.09.2012

Die Geister, die sie riefen

Spartengewerkschaften sind keine neue Erscheinung. Dass es sie gibt, liegt vor allem an den Arbeitgebern selbst. Sie haben die Geister gerufen, die sie nicht mehr loswerden. Denn sie wollten die Macht der etablierten Gewerkschaften brechen und hofften, einzelne Berufsgruppen seien weniger kampfbereit und würden in ihrer neuen Rolle als Tarifvertragspartner als pflegeleichte Co-Manager agieren. Stattdessen erprobten die Spartengewerkschaften ihre neuen Spielräume und stellten - ohne die Notwendigkeit, auf andere Beschäftigte in einem Unternehmen oder einer Branche Rücksicht nehmen zu müssen und nur den Interessen einer kleinen Berufsgruppe verpflichtet - auch radikale Forderungen. Jeder Erfolg wird da zum Vorbild für andere.

Das muss nicht immer schlecht sein, wenn es auch andere Beschäftigte motiviert, für ihre Interessen aktiv einzutreten. Und doch hat es eine entscheidende Nebenwirkung: Je mehr Erfolge die Durchsetzung der Interessen einiger Weniger bringt und Kreise zieht, desto stärker werden Gesamtbelegschaften zersplittert. Auf der Strecke bleiben in letzter Konsequenz diejenigen, deren Beitrag zum Unternehmenserfolg zwar notwendig ist, die aber nicht an herausgehobenen Schaltstellen des Arbeitsablaufs agieren.

Das im Grundgesetz verbriefte Recht, sich zu Gewerkschaften zusammenzuschließen, soll vor allem die Schwachen stärken. Diejenigen, die ihre Interessen nicht alleine gegen den Arbeitgeber durchsetzen können, die nicht mit der Faust auf den Tisch hauen können, die nicht auf Augenhöhe verhandeln können, deren Stelle sich rasch neu besetzen lässt. Und dies gelingt in einer Gewerkschaft, die nicht nur eine einzelne Berufsgruppe, sondern die ganze Branche vertritt, eindeutig besser.

Dies gilt für große Konzerne und Unternehmen, es gilt aber besonders auch in Branchen, in denen Arbeitgeber sich Tarifverträgen verweigern, sich nicht zu Arbeitgeberverbänden zusammenschließen, wo die Arbeitsabläufe unter Umständen sehr arbeitsteilig sind oder die Arbeit in tausenden Einzelunternehmen, Filialen und Kleinbetrieben geleistet wird. Gerade hier ist eine Gewerkschaft gefragt, die über eine breite Infrastruktur, Anlaufstellen auch in ländlichen Regionen und vor allem über einen - auch finanziell - langen Atem verfügt.

Der längste ver.di-Streik fand in den Jahren 2004 und 2005 statt. Damals traten die Beschäftigten eines Leverkusener Regionalbus-Unternehmens in den Ausstand, weil ihre Löhne 30 Prozent unter den Löhnen der Muttergesellschaft lagen. Alleine hätten sie den Arbeitskampf kaum durchhalten können, weil die öffentlichen Auftraggeber durch Streckenvergaben an private Busunternehmer versuchten, den Streik zu unterlaufen. Die Fahrer mussten mehr als ein Jahr - insgesamt 56 Wochen - streiken, um eine Lohnerhöhung durchzusetzen. Solch lange Konflikte kann aber nur durchstehen, wer eine starke Organisation und eine gut gefüllte Streikkasse im Rücken hat. Je kleiner und jünger eine Spartengewerkschaft ist, desto kalkulierbarer ist es für Arbeitgeber, wann dem Tarifgegner das Geld ausgeht, wenn er es darauf anlegt.

Trotzdem sind Spartenorganisationen für eine Multibranchen-Gewerkschaft wie ver.di eine Herausforderung, eigene Strukturen zu überprüfen. Wer Solidarität für alle Beschäftigten einer Branche will, muss den unterschiedlichen Interessen verschiedener Berufsgruppen Rechnung tragen. Der Schlüssel dazu ist die konsequente Beteiligung der Gewerkschaftsmitglieder - an der gemeinsamen Aufstellung von Tarifforderungen und an der im Zweifel auch streitigen Durchsetzung - sowie die Kraft, die gemeinsam erzielten Ergebnisse zu tragen und zu verteidigen. Letztlich werden die Beschäftigten einer Branche nur dann Erfolg haben, wenn sie sich nicht von den Arbeitgebern spalten lassen.

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