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Von Jörg Meyer
21.09.2012

Von der Fabrik bis in den Laden

Internationale Gewerkschaftskampagne will die Strukturen in der Bekleidungsindustrie verändern

Brandschutz, höhere Löhne, Gewerkschaftsfreiheit und Offenlegung der Zulieferer - mit diesen Forderungen soll eine gestern gestartete internationale Kampagne die Situation in der Bekleidungsindustrie verbessern.

Mit einer neuen Kampagne, die gestern der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, will »ExChains«, Druck auf die internationalen Textilkonzerne und ihre Zulieferer machen. In dem seit mehreren Jahren laufenden Projekt arbeitet das internationale Bildungsnetzwerk für Arbeiter TIE (transnationals information exchange) zusammen mit Dienstleistungs- und Textilarbeitergewerkschaften aus Sri Lanka, Bangladesch und Deutschland zusammen.

Dafür initiierte TIE vor knapp zehn Jahren das Projekt »ExChains«. In dessen Selbstbeschreibung heißt es: »ExChains ist ein Beschäftigtennetzwerk entlang der globalen Wertschöpfungskette von der Bekleidungsproduktion Asiens bis zum europäischen Einzelhandel.« Ziel ist die Veränderung der Strukturen in der globalen Bekleidungsindustrie.

Die vier zentralen Forderungen der Kampagne, Unterzeichnung der internationalen Brandschutzvereinbarung, die der US-amerikanischer Textilriese PVH initiiert hat, aber nicht durchführen will, wenn nicht mindestens drei europäische Konzerne teilnehmen sowie die Anhebung der Löhne, damit die Arbeiterinnen ein annähernd menschenwürdiges Leben führen können.

Drittens fordert ExChains Zugangsrechte für Gewerkschaften in die Betriebe und letztens die Offenlegung der Zulieferketten. Zu oft konnten sich nach Unglücken wie dem in Pakistan letzte Woche, Unternehmen hinter undurchsichtigen Subunternehmen verstecken und alle Schuld von sich weisen. Die Forderungen wurden von Beschäftigten aus den Fabriken dort und im Einzelhandel hier gemeinsam entwickelt, Aktionen sollen eng koordiniert werden.

Die Kampagne richtet sich sowohl an eine breite Öffentlichkeit als auch an die Beschäftigten und Betriebsräte selbst. Sie sollen vor Ort die Bedingungen thematisieren, unter denen die Klamotten die sie bei H&M, Zara und Co. verkaufen hergestellt werden. Beispielsweise bei H&M wollen in der nächsten Woche bei Betriebsversammlungen die asiatischen Gewerkschafter die Kolleginnen im Handel von ihren Bedingungen berichten.

Johann Rösch, Einzelhandelssekretär bei ver.di, war 2011 mit Betriebsräten von H&M, Zara und Metro in Bangladesch, hat sich dort legale und illegale Fabriken angesehen. »Wir haben mit schlimmen Verhältnissen gerechnet, aber die Realität hat uns schockiert«, sagte Rösch am Donnerstag bei der Vorstellung der Kampagne. Er habe aber auch erkannt, »wie engagiert die Näherinnen und ihre Gewerkschaft NGWF für Verbesserungen ihrer Situation kämpfen«, was ihn und den Rest der Delegation »tief beeindruckt« habe. Der Kreis von Betriebsräten, die ExChains unterstützen, sei seitdem enorm gewachsen. »Aufklären und Unruhe stiften« heißt für Rösch die Devise. Aber er auch ist Realist und weiß: »Es wird ein langer Kampf zur Durchsetzung von Menschenrechten. Aber es gibt auch immer Verbraucher, die diesen unterstützen.«

Bei H&M und ZARA fordern inzwischen auch die Gesamtbetriebsräte die Unternehmensleitung auf, sich für die vier Forderungen einzusetzen. Beteuerungen seitens des H&M-Managements, man setze sich doch ein, bleiben nach Ansicht der Gewerkschaften so lange unglaubwürdig, wie der zweitgrößte Produzent in Bangladesch das Brandschutzabkommen nicht unterzeichnet und seine Macht nicht einsetzt, damit sich die Situation in den Textilfabriken verbessert.

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