11.10.2012

NATO plant neuen Militäreinsatz in Afghanistan

Umgruppierung in Kosovo

Berlin (nd-Standke). Der Nordatlantik-Pakt plant einen neuen Militäreinsatz in Afghanistan. Die NATO-Verteidigungsminister gaben am Mittwoch in Brüssel das Mandat für eine neue Internationale Ausbildungs-, Beratungs- und Unterstützungsmission (ITAM) ab dem Jahr 2015 in Auftrag. Sie soll der Ausbildung afghanischer Soldaten dienen - und »sicherstellen, dass Afghanistan nie wieder zum Hort von Terroristen wird«. Laut NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen handele es sich nicht um einen »Kampfeinsatz«. Allerdings müssten die Ausbilder geschützt werden - durch »Kampfsoldaten«. Über die voraussichtliche Truppenstärke und damit auch das künftige deutsche Kontingent wird aber erst im nächsten Jahr entschieden. Die Zahl der Soldaten werde »sehr stark von der Sicherheitslage Ende 2014 abhängen«, sagte Rasmussen. Wie die 28 Verteidigungsminister bekräftigten, werde man bis dahin den laufenden ISAF-Einsatz trotz zunehmender Angriffe auch aus der afghanischen Armee und Polizei heraus wie geplant fortsetzen. Allein im Vorjahr wurden im Afghanistan-Krieg 35 Menschen bei 21 sogenannten Insider-Angriffen getötet. Der bisherige ISAF-Kommandeur, US-General John Allen, wird Anfang nächsten Jahres zum neuen NATO-Oberkommandeur aufsteigen.

Auch in Kosovo soll es Veränderungen geben, nachdem Deutschland als Führungsnation der dortigen NATO-Truppen auf einen neuen Einsatzplan gedrängt hat. Die Sicherheitslage sei im Süden deutlich besser als im Norden, so Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière, und das müsse sich auch in den militärischen Planungen abbilden. Die Bundeswehr sei überlastet, kritisiert Berlin. Sie stellt gut 1300 der gegenwärtig 6150 KFOR-Soldaten. Die werden künftig schwerpunktmäßig im unruhigen, von Serben bewohnten Landesnorden konzentriert. Wegfallen soll eine vor allem von Deutschland, Österreich und Italien gestellte Reserve von 700 Mann. Kommentar Seite 4

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