16.10.2012
Brandenburg

Thälmann von Hakenkreuzen befreit

Herzberg (nd-Fritsche). Beherzte Bürger haben das Ernst-Thälmann-Denkmal in der Stadt Herzberg (Elbe-Elster) von Hakenkreuzschmierereien befreit. 20 der faschistischen Symbole sind - als Graffiti gesprüht - vor etwa zwei Wochen auf dem Denkmal an der Südpromenade entdeckt worden. Empörte Einwohner von Herzberg wollten selbst handeln und das Denkmal putzen, wenn die Stadtverwaltung nicht endlich bald tätig werde, hatten sie vor einigen Tagen angekündigt.

Nun hatten Beschäftigte der Stadt sich der Sache zwar angenommen, die hartnäckigen Schmierereien jedoch nicht ganz entfernt bekommen, sondern das Denkmal nur oberflächlich gereinigt. Darum sind mehrere Freunde und Bekannte am Sonnabend losgezogen, darunter ein Mitarbeiter der Landtagsabgeordneten Carolin Steinmetzer-Mann (LINKE). Sie hatten verschiedene spezielle Putzmittel dabei, die sie sich extra besorgt hatten, erzählte einer der Beteiligten am Montag. »In einer halben Stunde hatten wir alle Hakenkreuze weg.« Allerdings immer noch nicht vollständig, bedauerte der Mann. Als leichte Schatten seien die Umrisse der Schmierereien weiterhin zu erkennen. Bei der Gelegenheit seien auch fünf Hakenkreuze sowie ältere Schmierereien auf einem benachbarten Mahnmal für Antifaschisten und im Zweiten Weltkrieg gefallene Sowjetsoldaten entfernt worden.

Das Herzberger Ernst-Thälmann-Denkmal hatte sich früher an einer anderen Stelle befunden. Die Stadtverwaltung hatte es dort als Verkehrshindernis eingestuft und entfernt, was im Frühjahr 2009 über die Grenzen der Kommune hinaus für Proteste sorgte. Danach ist das Denkmal an der Südpromenade wieder aufgestellt worden.

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