Folke Havekost 09.11.2012 / Gesund leben

Erzwingungsstreik beim Verpackungshersteller

Familienunternehmen »Neupack« erinnert ans 19. Jahrhundert / IG BCE und Belegschaft rechnen mit langem Kampf

Streik: Für die IG BCE keine alltägliche Situation, aber die »ausgestreckte Hand wurde angespuckt«. Die Beschäftigten bei »Neupack« in Hamburg und Niedersachsen wollen einen Haustarifvertrag erkämpfen. Das Verhalten des Familienunternehmers erinnert ans 19. Jahrhundert.

Zuversichtlich im Arbeitskampf: Streikende bei Neupack Hamburg
Lastwagen prägen das Straßenbild im Industrieviertel in Hamburg-Stellingen. Ein Reisebus fällt auf, hier wo Betrieb an Betrieb aneinandergereiht ist. 45 Beschäftigte der Verpackungsfirma Neupack steigen am Mittwoch um 14.20 Uhr vor ihrem Unternehmen aus. Sie sind zurück von einem Solidaritätsbesuch im niedersächsischen Rotenburg, wo ihre Kollegen mit einem Erzwingungsstreik das gemeinsame Ziel verfolgen: einen Haustarifvertrag für die etwa 200 Neupack-Beschäftigten an beiden Standorten.Seit dem 1. November streiken die Hamburger. Ein Erzwingungsstreik ist für die Industriegewerkschaft Bau, Chemie und Energie (IG BCE) nicht gerade Alltag. »Wir sind eher als sozialpartnerschaftliche Gewerkschaft bekannt, aber unsere ausgestreckte Hand wurde angespuckt«, schildert ein Funktionär. Ziel ist neben verbesserten Arbeitsbedingungen ein Haustarifvertrag, in dem die untersten Lohngruppen zwischen 12 und 13 Euro lägen, das wären 82 Prozent des entsprechenden Flächentarifvertrags. »Vielen hier geht es nicht darum, selbst mehr zu verdienen, sondern um gerechte Löhne für ihre Kollegen«, erklärt Jan Eulen, der Vorsitzende der Hamburger IG BCE. Derzeit beträgt der niedrigste Stundenlohn bei Neupack 7,80 Euro.

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