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Von Hilmar König, Delhi
04.12.2012

Textilarbeiter in Aufruhr

Schwere Zusammenstöße mit der Polizei bei Protesten in Bangladesch

Seit Tagen protestieren tausende Mitarbeiter der Bekleidungsindustrie in Bangladesch gegen die unzureichenden Sicherheitsvorkehrungen in den Textilfabriken.

Die Proteste von Arbeitern aus Textilfabriken rund um die bangladeschische Hauptstadt Dhaka sind auch am Montag nicht abgeebbt. Kommandos der Industrie- und der regulären Polizei gingen gegen mindestens 10 000 Demonstranten mit Tränengas, Gummigeschossen und Schlagstöcken vor.

Zentrum des Protestes ist seit Ende vorigen Monats Ashulia, ein Industrievorort Dhakas mit nahezu 350 Betrieben. Dort war am 24. November ein verheerender Brand in der Textilfabrik Tazreen Fashion ausgebrochen, die auch westliche Firmen, darunter C&A und Walmart, beliefert. Den Flammen waren 110 Arbeiterinnen zum Opfer gefallen. Die Betriebsleitung soll den Hauptausgang aus ungeklärten Gründen verriegelt und damit das Schicksal vieler Menschen besiegelt haben. Danach gingen Arbeiter dieses Betriebes und anderer ähnlich gefährdeter Bekleidungs- und auch Lederfabriken auf die Straße. Sie beklagten die miserablen Arbeitsbedingungen, mangelnde Sicherheitsvorkehrungen am Arbeitsplatz und zu niedrige Löhne. Nach Angaben der von Amsterdam aus agierenden Nichtregierungsorganisation »Clean Clothes Campaign« kamen seit 2006 bei Bränden in der Textilbranche Bangladeschs 700 Menschen ums Leben.

Am Wochenende bekundeten die Protestierenden ihre Forderungen mit Nachdruck. Sie warfen auch Steine auf Fabrikfenster, fackelten alte Autoreifen ab, demolierten Busse und blockierten zeitweilig den Highway Dhaka-Tangail. Es kam zu Zusammenstößen mit Sicherheitskräften, die Tränengas und Gummigeschosse in die Menge feuerten und mit Schlagstöcken gegen sie vorging. Laut der Zeitung »New Age« wurden dabei 150 Menschen verletzt. Die Proteste waren aufgeflammt, nachdem am Sonntag das Bekleidungsunternehmen Hyun Apparel Ltd. 100 unzufriedene Arbeiter entlassen hatte. Die Mehrzahl der Industriebetriebe in Ashulia hat seit Samstag aus Angst vor Unruhen dicht gemacht.

Bangladeschs Arbeitsminister Rajiuddin Ahmed Raju versicherte am Sonntag vor Journalisten, die Tazreen-Arbeiter würden am 6. Dezember Lohn erhalten. Die Auszahlung war eigentlich für Samstag vorgesehen gewesen, doch da habe eine manipulierte Liste mit 3300 Mitarbeitern vorgelegen. Bei Tazreen seien offiziell aber nur 1166 Arbeiter registriert. Nun müsse diese Namensliste überarbeitet werden. Offen blieb, ob der Betrieb nur einen Monatslohn oder die geforderten Löhne für vier Monate sowie die nach dem Großfeuer zugesagten Entschädigungen auszahlen wird. So scheint sich neuer Zündstoff für Proteste anzuhäufen.

Während die westlichen Geschäftspartner Druck auf die Fabrikbesitzer in Dhaka ausüben oder auch die Lieferverträge kündigen können, haben die überlebenden Beschäftigten von Tazreen Fashion keine solchen Alternativen. Sie müssen sich dort weiter trotz der miserablen und gefährlichen Arbeitsverhältnisse verdingen. »Wenn die Fabrik hoffentlich recht bald wieder öffnet, gehen wir dort wieder arbeiten«, erklärte die 19-jährige Dipa Akh-tar, die sich mit einem Sprung durch ein Fenster aus dem Inferno in Sicherheit gebracht und dabei verletzt hatte. Sie brauche das feste Einkommen von monatlich 56 Dollar für ihre Familie. Sonst wäre sie arbeitslos und müsste zurück in ihr Dorf. Zunächst aber wartet auch sie wie hunderte ihrer Kolleginnen auf eine Entschädigung.

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