Gunnar Decker 11.12.2012 / Kultur

Der Wahrheitssucher

Szenische Lesung zu Stefan Heym im Berliner Theater im Palais

Dieser Autor war so etwas wie das Gewissen eines Landes. Mitte der sechziger Jahre avancierte er darum neben Robert Havemann und Wolf Biermann zum Hauptfeind des SED-Parteiapparats. Erich Honecker erklärte auf dem 11. Plenum des ZK der SED im Dezember 1965 dem berüchtigten »Kahlschlag«-Plenum: »Werktätige haben in Briefen gegen Stefan Heym Stellung bezogen, weil er zu den ständig negativen Kritikern der Verhältnisse in der DDR gehört. Er ist offensichtlich nicht bereit, Ratschläge, die ihm mehrfach gegeben worden sind, zu beachten. Er nutzt sein Auftreten in Westdeutschland zur Propagierung seines Romans ›Der Tag X‹, der wegen einer völlig falschen Darstellung der Ereignisse des 17. Juni 1953 von den zuständigen Stellen nicht zugelassen werden konnte. Er schreibt Artikel für im Westen erscheinende Zeitschriften und Zeitungen, in denen er das Leben in der Sowjetunion und in der DDR falsch darstellt. Er gibt vor, nur der Wahrheit das Wort zu reden, womit er aber die westlich orientierte ›Wahrheit‹ meint.«

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