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Tom Strohschneider 11.01.2013 / Linksbündig

Kritische Bündnisofferten

Die Linkspartei und die Regierungsfrage im Wahlkampf

Schon immer war die „Regierungsfrage" ziemlich umstritten, ein so emotional aufgeladener wie strategisch zentraler Nervenpunkt des linken Parteigeschehens. Dieser Tage wieder einmal besonders: Die Bundesspitze der LINKEN redet viel von einem Politikwechsel, den SPD und Grüne nur mit ihr vollbringen würden; Katja Kipping hat einen überparteilichen „Bürgerkandidaten" einer Mitte-Links-Mehrheit ins Spiel gebracht; der Berliner Bundestagsabgeordnete Stefan Liebich hat eine Diskussion über eine links-grüne Option eröffnet; Sahra Wagenknecht steigt in den Niedersachsen-Wahlkampf mit der Botschaft ein, gegebenenfalls über eine Kooperation mitzuverhandeln. Und nun kommt noch aus Sachsen ein neuer Anstoß in Richtung Rot-Rot-Grün auf Landesebene.

Der dortige Landesvorsitzende Rico Gebhardt hat auf einen Text des Grünen Hubertus Grass reagiert - mit dem Angebot, „einer Persönlichkeit die Richtlinienkompetenz einer künftigen rot-rot-grünen Regierung anzuvertrauen, die sozial sensibel, kommunikativ stark, aus Erfahrung entscheidungsfreudig, aber parteipolitisch unabhängig ist". Kurz formuliert: Der Landeslinke könnte sich ebenso wie der Landes-Grüne vorstellen, dass eine parteilose Fachfrau oder ein Fachmann an die Spitze eines rot-rot-grünen Bündnisses gestellt wird. Er, so Gebhardt, finde die Idee „richtig gut".

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Über diesen Blog

Linksbündig

Was die Linke ist? Sie ist auf jeden Fall viel größer als die gleichnamige Partei. Das ist gut so. Man kommt als Linker ohne Parteibuch aber auch nicht an der Partei vorbei. Was die klein und die groß geschriebenen Linken trennt und was sie verbindet, wo die Grenzen emanzipatorischer Politik liegen und welche Versuche es gibt, diese zu überwinden – davon soll dieses Blog handeln.

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  • Tom Strohschneider

    Tom Strohschneider, Jahrgang 1974, ist nd-Chefredakteur. Nach einem Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Soziologie kam er mehr zufällig zum Journalismus. Er arbeitete unter anderem bei der Wochenzeitung "Der Freitag" und bei der "taz". Er denkt gern über die gesellschaftliche Linke nach, bloggt unter anderem "Linksbündig" und wartet stets vergeblich auf ein Rezensionsexemplar des jeweils neuesten 3D-Druckers. Strohschneider liest gern Dath und hat aus "South Park" und "Die Simpsons" mehr gelernt als aus vielen Sachbüchern. Selbst schreibt er auch manchmal welche. Zuletzt erschienen von ihm: "Linke Mehrheit?" über Möglichkeiten und Grenzen von Rot-Rot-Grün sowie “What's left?” über Europas Linke, den Rechtsruck und einen sozialistischen Kompromiss. Beide erschienen bei VSA.

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