Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus

In der Plagiatsaffäre um Dr. Annette Schavan halten große Teile der akademischen Elite fest zusammen

Am 22. Januar will die Universität Düsseldorf darüber entscheiden, ob sie ein Verfahren gegen Annette Schavan mit dem Ziel beginnt, der Bundesbildungsministerin den Doktortitel abzuerkennen. Schavan hat viele Kritiker, aber auch eine Reihe von Verteidigern, deren Argumente sind allerdings mehr als dürftig.

Im Mai 2012 war bekannt geworden, dass Plagiatsjäger auch bei Schavans Doktorarbeit fündig geworden waren. Im Oktober wurde dann dem »Spiegel« ein fakultätsinternes Gutachten zugespielt, in dem ein Düsseldorfer Professor zu dem Urteil kommt, dass »eine leitende Täuschungsabsicht« zu erkennen sei. Die Verteidigungen der Ministerin selbst sind an sich schon bezeichnend genug. So beklagt sie u.a., dass die Plagiatsjäger anonym geblieben sind. Daher könne man die Vorwürfe nicht diskutieren. Auf das Düsseldorfer Gutachten reagiert sie besonders böse, weil man es ihr nicht als erster zum Lesen gegeben habe - das sei akademisches Fehlverhalten ersten Ranges. Es sagt einiges über das Niveau und das Selbstverständnis unserer akademischen Eliten, wenn eine Doktorin der Philosophie - noch hat Schavan den Titel ja - ein sogenanntes Quellenargument anführt und damit sagt: Mir passt nicht, (dass ich nicht weiß) woher die Kritik an meiner Arbeit kommt, also darf ich sie ignorieren.

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