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Christoph Ruf 28.01.2013 / Sonntagsschuss

Und täglich büßt der Sündenbock

Der Anruf eines Redakteurs. Er hätte gerne eine Fan-Geschichte, man kenne sich als Autor da ja aus. Er hat gerade offenbar etwas Ungeheuerliches gelesen. Etwas, das so in sein Weltbild zu passen scheint wie ein fliegender Walfisch. Die Spannung steigt am diesseitigen Ende der Leitung. Der Redakteur hat irgendwo gelesen, dass es in Nürnberg Fans, ja sogar: Ultras, waren, die darauf drangen, dass der Leib- und Magenverein sich doch einmal um seine braune Vergangenheit kümmere. Der Mann ist völlig geplättet. Die Nachricht las sich für ihn so, als habe die katholische Bischofskonferenz gefordert, das Thema Sexueller Missbrauch müsse nun endlich ernsthaft aufgeklärt werden. Ultras? Das sind doch diese randalierenden zündelnden Schreihälse. Die vor denen ihn seine Eltern immer gewarnt haben. An politischer Reflektiertheit hat er ihnen höchstens die Frage zutraut, ob sich das Nazitum wohl besser innerhalb oder außerhalb der NPD austoben lasse.

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Über diesen Blog

Sonntagsschuss

Spiele, die 90 Minuten dauern. Und die doch 0:0 enden. Spieler, die zehn Minuten reden. Und die dennoch nichts sagen. Na klar, all das gehört zum Fußball. Und doch passiert jedes Wochenende auf und neben dem Platz vieles, das nachklingt, ohne Widerhall zu finden. Ein Skandal erster Güte, dem wir mit dem „Sonntagsschuss" begegnen wollen. Mal frech, mal nachdenklich, mal witzig. Und wenn wir treffen: dann voll in den Winkel.
 

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  • Christoph Ruf

    Christoph Ruf, 41, lebt als frei(willlig)er Journalist im sonnigen Südwesten, wo er Bücher und Zeitungstexte über Fußball, Fans und Neonazismus schreibt. Für das nd besonders gerne..

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