Ein Labor für ver.di

Bernd Riexinger über neue Gewerkschaftsstrategien und wie man sie verbreiten sollte

Die Zahl der Warnstreiks und Streiks in den ver.di-Branchen ist in den letzten Jahren drastisch gestiegen. Dazu kommt eine Ausweitung prekärer Beschäftigungsverhältnisse, in denen Beschäftigte viel schwerer zu organisieren sind als beispielsweise in industriellen Großbetrieben. Die Gewerkschaften diskutieren darum über neue Streikstrategien. Bernd Riexinger ist Vorsitzender der Linkspartei und war von 2001 bis 2012 Geschäftsführer von ver.di-Stuttgart. Besonders sein Name steht für die Entwicklung solcher Strategien. Am Rande einer Konferenz der Rosa-Luxemburg-Stiftung zu beteiligungsorientierten, demokratischen Streikstrategien am letzten Wochenende in Stuttgart sprach mit ihm Jörg Meyer.

Bernd Riexinger

nd: Der ver.di-Bezirk Stuttgart steht seit einigen Jahren für innovative und neue Streikstrategien und die Beteiligung möglichst vieler Beschäftigter an den Entscheidungen über Streikziele und Aktionsformen. Wann begann diese Entwicklung? Gab es einen Punkt in der Vergangenheit, an dem Sie gesagt haben: Hier kommen wir mit den alten Mitteln nicht mehr weiter?
Riexinger: Bevor ich ver.di-Geschäftsführer in Stuttgart wurde, war ich im Landesvorstand der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen (HBV), einer der Vorläuferorganisationen von ver.di. Dort habe ich in erster Linie Banken, Krankenkassen und Versicherungen betreut. Ich war es also gewohnt, mit Minderheiten zu streiken. In der ersten Tarifauseinandersetzung, die ich 1992 mit den Banken geführt habe, sind wir mit 2000 Bankangestellten durch die Stuttgarter Innenstadt gezogen. Damals habe mir ich ein gewisses Know-how angeeignet für neue Streikformen und wie man Belegschaften mobilisiert, die keine Streiktradition haben. Die Erfahrungen habe ich später in ver.di eingebracht.
Der öffentliche Dienst hat einen anderen Charakter als die Industriebetriebe. Streik findet immer im öffentlichen Raum statt und nicht in der Fabrik. Meine Erfahrungen aus der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen waren da sehr nützlich.

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