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Von Martin Kröger
13.03.2013

Experten stellen Charité Persilschein aus

Krankenhaus habe sich bei Missbrauchsverdacht »sachgerecht« verhalten, heißt es in Abschlussbericht

Der Kernsatz findet sich versteckt auf Seite 29 des Abschlussberichts. »Die Expertenkommission ist der Auffassung, dass der Anlassfall in der Charité sachgerecht behandelt wurde«, hat das fünfköpfige Expertenteam um die Ex-Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) aufgeschrieben. Ein erstaunliches Urteil, denn die Bewertung des Missbrauchsverdachts gegen einen Pfleger, der im November 2012 am Standort Virchow der Charité eine damals 16-Jährige sexuell missbraucht haben soll, lag bei der Staatsanwaltschaft Berlin - die hat das Ermittlungsverfahren in diesem Fall inzwischen eingestellt, gegen den Pfleger wird aber noch in zwei weiteren Missbrauchsfällen ermittelt.

Die fünfköpfige Expertenkommission um Zypries hatte indes eine andere Aufgabe, sie sollte vielmehr die Kommunikationspannen und Abläufe untersuchen, die nach dem Bekanntwerden des mutmaßlichen Missbrauchsfalls das ohnehin angeschlagene Ansehen von Europas größter Klinik weiter verschlechtert hatten.

Gestern nun legten die Experten unter großem Medieninteresse ihren Abschlussbericht vor. »Wir sind nie davon ausgegangen, dass man Straftaten eliminieren kann«, betonte Brigitte Zypries im Hinblick auf die Größe der Charité, die mit rund 27 000 Patienten, Angestellten und Ärzten so groß wie eine Kleinstadt ist. »Auch sexueller Missbrauch wird in einer so großen sozialen Einheit immer stattfinden«, betonte die Ex-Ministerin.

Um dennoch die Prävention zu verbessern und Abläufe zu optimieren, wenn ein Übergriff im Raum steht, hat die Kommission eine ganze Reihe von Änderungsvorschlägen erarbeitet: So soll eine »Kultur des Hinsehens und des Handelns« geschaffen werden, damit nicht aus falsch verstandener Solidarität Täter gedeckt werden. Damit Übergriffe leicht gemeldet werden können, empfiehlt die Kommission eine »Whistleblower-Software«, durch die anonyme Hinweise gegeben werden können, die bei Bedarf zurückverfolgbar sind. Außerdem sollen Mitarbeiter des Krankenhauses regelmäßig geschult werden. Damit sie wissen, wie sie sich in bestimmten Situationen zu verhalten haben, schlägt die Kommission überdies vor, Mitarbeiter mit taschenbuchgroßen Verhaltenkodizes auszustatten. Für Pfleger und Ärzte, die mit Jugendlichen und Kindern arbeiten, sollte ein alle fünf Jahre zu erneuerndes Führungszeugnis obligatorisch sein, forderte Zypries.

Inwiefern die Charité unter ihrem Vorstand Karl Max Einhäupl den Empfehlungen folgen wird, stand gestern noch nicht exakt fest. Für alle Neueinstellungen im Kinderbereich wird auf jeden Fall ab sofort das erweiterte Führungszeugnis gelten, erklärte Einhäupl. Auch die Anschaffung der Meldesoftware will die Klinik genau wie Pflichtschulungen für die Mitarbeiter prüfen. Fest steht, dass der Klinikkonzern eine Kampagne für Respekt und Achtsamkeit durchführen will. Außerdem plant Einhäupl, die »gesamte Unternehmenskommunikation« der Charité zu reorganisieren.

So oder so steht der Charité eine schwierige Gratwanderung bevor: Denn anders als beispielsweise in den Vereinigten Staaten will man in Krankenhäusern hierzulande nicht auf Geborgenheit verzichten, zu der auch professionell-berufliche körperliche Nähe zählt. Karl Max Einhäupl: »Ich will kein Krankenhaus verantworten, dass keine emotionale Nähe vermittelt.«

Der Pfleger, der des Übergriffes beschuldigt wurde, ist unterdessen bei »voller Gehaltsweiterzahlung« suspendiert. Sollten die Ermittlungen auch in den anderen beiden Fällen eingestellt werden, sei es aber nicht vorstellbar, dass er wieder an seiner alten Position eingesetzt werde, sagte Einhäupl.

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